Das IMC WIKI ist umgezogen...

... zur OREC-Library. Um zur OREC-Library zu gelangen klicken sie auf den folgenden Link:


OREC-Library
| IMC Wiki | Hypoventilation, chronisch

Hypoventilation, chronisch

  • Start
  • Suche
  • von A bis Z
  • Kategorien

<< zurück

Inhaltsverzeichnis:



Definition:
Die alveoläre Hypoventilation ist charakterisiert durch eine Erhöhung des PaCO2 über der Norm (37-43 mmHg), in der Praxis werden Partialdrucke zwischen 50 und 80 mmHg registriert. Ursachen sind zentrale oder periphere Störungen:

  Lokalisation Diagnosen
I Pathologie der Thoraxhöhle,
Atemwege und Lunge (teilweise trotz Hyperventilation,
Perfusionsstörungen (PaCO2 erhöht)
Fibrothorax - Einschränkung der Atemexkursionen
Kyphoskoliose - verkleinerter Raum
Ankylos spondylopoetica - verminderte Beweglichkeit
Thorakoplastik, Pneumothorax, Hämatothorax
Zwerchfellhernie - eingeschränktes Volumen
Extreme Adipositas - vermindertes Volumen
Trachealstenosen
Obstruktive Schlafapnoe
Chronisch obstruktive Lungenerkrankung
Zystische Fibrose
II Periphere neuromuskuläre Läsionen (normales Lungenparenchym,
vermindertes Minutenvolumen der Ventilation)
PaCO2 erhöht
Hoher Querschnitt
Neuropathie
Poliomyelitis
Defekte der motorischen Neuronen
Myasthenia gravis
Chronische Myopathien
Muskeldystrophie
III Gestörter Atemantrieb (normales Lungenparenchym,
vermindertes Ventilations-Minutenvolumen)
PaCO2 erhöht
Carotissinusdefekt
Metabolische Alkalose
Hypoxische Schäden
Bulbäre Poliomyelitis
Enzephalitis
Hirnstammschäden (Trauma, Blutung, Infarkt)
Primäres alveoläres Hypoventilationssyndrom

Allen Störungen gemeinsam sind die Folgen der PaCO2-Erhöhung und der PaO2-Erniedrigung:

Pathophysiologie der chronischen Hypoventilation
PaCO2-Erhöhung: respiratorische Azidose
kompensatorischer HCO3-Anstieg
Cl--Absenkung
und der PACO2-Erhöhung:
(alveolärer PCO2)
PaO2-Erniedrigung (Hypoxämie)
Zyanose
sekundäre Polycythämie
PaCO2-Erhöhung
plus →
PaO2-Erniedrigung
pulmonale Vasokonstriktion
pulmonale Hypertension
Rechtsherzhypertrophie und -versagen
(Pa =arterieller Partialdruck, PA = alveolärer Partialdruck)

Die nächtliche physiologische Verminderung des zentralen Atemantriebes steigert die Abweichungen der Blutgaskonzentrationen, führt zu zerebraler Vasodilatation und hyperkapnischen und hypoxischen Zellfunktionsstörungen mit Verwirrtheitszuständen am folgenden Tag, Kopfschmerzen und anderen Symptomen.
ANZEIGE:
Logo IMC Uni Essen Duisburg
in Kooperation mit
Logo MVZ Kopfzentrum
Zahnimplantate,
Parodontosebehandlungen,
Aesthetische Zahnbehandlungen
zu sehr guten Konditionen
In der Praxis für Zahnmedizin im EKN Duisburg
Weitere Informationen unter www.mvz-kopfzentrum.de

Hypoventilationssyndrome

Primäres alveoläres Hypoventilationssyndrom
Definition:
Hypoventilation aus unbekannter Ursache bei intaktem respiratorischem Apparat und fehlenden neuromuskulären Erkrankungen, vermutlich auf einem defekten metabolischen Kontrollsystem beruhend. Typisches Merkmal ist die chronische respiratorische Azidose, Steigerung der Ventilation nach dem Erwachen, ohne Beseitigung der Azidose und nächtlicher Wechsel mit Hypopnoe und Apnoe (s. u.).
Pickwickier-Syndrom
Das Pickwickier-Syndrom ist eine schwere Atemregulationsstörung mit bedrohlichen Hypoventilationsphasen. Es wird im nächsten Abschnitt definiert.
Schlafapnoe
Definition:
Apnoe durch fehlende Mund- und Nasenatmung auf dem Boden einer obstruktiven (Zurückfallen der Zunge, Schnarchen) oder zentralen Regulationsstörung oder deren Kombination. Pathophysiologisch resultiert ein Rhythmus von Normalatmung, Hypoventilation, Apnoe, Erwachen (teilweise), Hyperventilation, Normalatmung usw. Dabei kann demnach der Atmungsantrieb normal oder gestört sein (zentrale Störung oder nur obstruktive). Die Blutgaskonzentrationen verhalten sich entsprechend der augenblicklichen Periode. Dementsprechend verhalten sich auch die Atmungsdrucke (gegen das Hindernis), die Durchblutung (pulmonale Vasokonstriktion), die zerebralen Funktionen (Hypoxie), und die Beschwerden des folgenden Tages. Alkoholgenuss und Adipositas fördern, deren Beseitigung vermindern die Symptome dieser Erkrankung. Komplikationen entwickeln sich durch vagale Impulse und Bradykardie (bis 30/min) im Wechsel mit Tachykardie (bis 120/min) durch die Gefahr der Asystolie (Herzstillstand).