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Kardiovaskuläre Erkrankungen, Gefäßentzündungen

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Inhaltsverzeichnis:



Thrombophlebitis #pic#

Pathologische Anatomie:
Phlebitiden entstehen durch übergreifende bakterielle Entzündungen der Umgebung oder in Gestalt der Endophlebitis durch intravaskuläre Infektionen (Venenkatheter, Sepsis, infizierte Thromben). Entzündungen des Endothels führen stets zur Entwicklung von Thromben - Thrombophlebitis. Thrombophlebitiden sind die Ursache für Zirkulationsstörungen, etwa der Phlegmasia coerulea dolens bei tiefer Oberschenkel- oder Beckenvenenthrombose und der Phlegmasia alba dolens, mit Gefäßspasmus und Ischämie. Auslösende Faktoren neben der Infektion können die Varikosis (Varikophlebitis) und lokale Traumata sein. Sie führen zu Endothelläsionen und Strömungsverlangsamungen.
Die Thrombophlebitis ist in der Regel in den oberflächlichen Venen lokalisiert. Ein Befall der tiefen Venen erfolgt durch das Hineinwachsen des infizierten Thrombus in das tiefe System. Der morphologische Endzustand ist die verschlossene fibrös vernarbte Vene. Funktionell ist dies unbedeutend, da nur etwa 10 % des venösen Blutes durch oberflächliche Venen abfließt.

Klinik:
Thrombophlebitiden bieten das typische Bild oberflächlicher Entzündungen: Rubor, Calor, Tumor, Dolor entlang eines tastbaren, derben, inhomogenen Venenstranges. Selten treten Leukozytose, Fieber oder Schüttelfröste auf. Letztere sind ein alarmierendes Symptom septischer Streuung. Hier sind vergrößerte regionale Lymphknoten, welche sich infizieren und eitrig einschmelzen können, tastbar.
Sonderform: Thrombophlebitis saltans sive migrans: wechselnder, sprunghafter Befall bis dahin gesunder oberflächlicher Venen für wenige Tage mit spontaner Heilung und erneutem Auftreten an anderer Stelle, gelegentlich auch fortschreitend entlang dem Venenverlauf (Thrombophlebitis migrans) unbekannter Ätiologie.

Lokalisation:
Beine, seltener Arme, ausnahmsweise Venen des Bauchraumes und intrakraniell

Komplikationen der Thrombophlebitis sind:
  • Sepsis (Vv. saphenae, Vv. angularis (Nasenfurunkel)
  • Vv. jugulares (Tonsillen), V. portae (Darm)
  • septischer Schock
  • Endokarditis - bakterielle Embolien
  • tiefe Thrombosen (Vv. femoralis)
  • Thrombosen in den Körperhöhlen (V. portae, splenica)
  • Lungenembolien
Therapie:
Primär konservativ (Kompressionsverbände = Erhöhung der Strömungsgeschwindigkeiten, Muskelbewegung, Immobilisation und Bettruhe ist falsch)
  • Antiphlogistika, lokale Heparinoidsalben
  • Antibiotika (bei septischen Zeichen)
  • Thrombolyse (tiefer Venenbefall)
  • Vollheparinisierung (bei zentralwärtigem Fortschreiten)
  • chirurgisch: Inzision von Einschmelzungen
  • Thrombektomien tiefer Venen
  • Behandlung der Lungenembolie (vgl. Respiratorisches System)
  • Stichinzision bei Varikophlebitis und Exprimierung der Koagel
  • Resektion der V. saphena magna (weniger die Unterbindung)
  • Exzision fibrotischer, narbiger, schmerzhafter Venenstränge nach Abheilung der akuten Entzündung
Therapie der Ursachen:
Absolut korrektes Vorgehen beim Einbringen von Venenkathetern, Wechseln von Venenkathetern oder Verweilkanülen bei regionaler Entzündung oder ungeklärten septischen Fieberschüben, bakteriologische Untersuchung der Katheterspitzen, gezielte antibiotische Therapie bei Zeichen der Bakteriämie. Therapie der Thrombophlebitis saltans sive migrans: Azetylsalizylsäure, Kortikosteroide, Azathioprin.

Lymphangitis

Pathologische Anatomie:
Lymphangitiden sind grundsätzlich Folgeerkrankungen akuter, seltener chronischer Entzündungen der Gewebe, überwiegend der Haut, der Darmwand und der Lunge. An der Haut sind Entzündungen der Lymphgefäße als rötliche Streifen sichtbar. In den tiefen Organen erfolgt der Nachweis ausschließlich histologisch. Verursacher sind Eitererreger. Die Infektion von Lymphgefäßen bedeutet immer deren Verschluss, Fibrose und Okklusion. Unbehandelt entwickeln sich Bakteriämie und Sepsis.
Das Erysipel ist eine durch Streptokokken A hervorgerufene Lymphangitis des Koriums der Haut.
Der Verschluss von Lymphsammelgefäßen kann zum Lymphödem, Lymphadenopathien, chylösen Ergüssen (Aszites) führen.

Klinik:
fieberhafte Erkrankung bestehend aus Primärentzündung und Lymphangitis

Therapie:
primär konservativ, Antibiotika; chirurgische Therapie des Entzündungsherdes und später des Lymphödems