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| IMC Wiki | Unterfüllungszemente 3 - Zinkoxid-Eugenolzemente, Carboxylatzemente und calciumhydroxidhaltige Zemente

Unterfüllungszemente 3 - Zinkoxid-Eugenolzemente, Carboxylatzemente und calciumhydroxidhaltige Zemente

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Zinkoxid-Eugenol-Zemente (ZOE-Zemente)

ZOE-Zemente bestehen aus Zinkoxid und Nelkenöl (ätherisches Öl aus der Blütenknospe und Blättern der Gewürznelke).
Produktbeispiel: Zinkoxid-Eugenol-Spezialpaste, Cavitec, Pulpal
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Verarbeitung von ZOE-Zementen

Besondere Hinweise zu Verarbeitung von ZOE-Zementen:

Die Abbindung von ZnO-Eugenol-Präparaten wird durch Feuchtigkeit (Speichel, Atemluft) beschleunigt. Pulver und Flüssigkeit sollten daher nicht der Luft ausgesetzt und die Flaschen sofort wieder verschlossen werden.

Da pures Nelkenöl bzw. Eugenol auch über die Dentintubuli auf die Pulpa toxisch wirken kann, muss eine möglichst feste, also pulverreiche Mischung angemischt werden. Wichtig ist dabei, dass man lange und kräftig spatelt. Man kann sehr viel Pulver in die Flüssigkeit einspateln. Die Konsistenz ist dann richtig, wenn die Paste so steif ist, dass sie eben noch verarbeitet werden kann. Ein Fehler besteht in einem zu kurzen, nicht ausreichend kräftigen Anmischen. Die Masse bindet auf diese Weise zu rasch ab.

Verstärkte ZOE-Zemente
Durch den Zusatz von Kunststoffen (Polymethylmethacrylatploymere, Polystyrol, Polycarbonate) versucht man, die Festigkeit der ZOE-Zement zu verbessern.
Produktbeispiel: IRM

Ethoxybenzoesäure-ZOE-Zemente (EBA-Zemente)
Der Begriff EBA-Zement kommt aus dem Englischen und steht für Ethoxy-benzoic-acid.
Durch Ersetzen eines Teils des Eugenols durch 2-Ethoxybenzoesäure und durch Ersetzen eines Teils des Zinkoxids durch anorganische Füller (vor allem Al2O3) wurde versucht, die klassischen ZOE-Zemente zu verbessern.
Produktbeispiel: Harvard Eugenat Cement

Carboxylatzemente

Carboxylatzemente wurden in den 60er Jahren speziell als Adhäsivzement entwickelt. Der große Nachteil dieser Zemente ist ihre relativ hohe Speichellöslichkeit, was sich in der vergleichsweise hohen Verlustrate an zementierten Restaurationen gezeigt hat. Die Zusammensetzung des Pulvers ist vergleichbar mit dem von PhZ, nur wird als Flüssigkeit Phosphorsäure durch Polyacrylsäure ersetzt.
Produktbeispiel: Carboxylatzement, Harvard CC Carboxylat Cement, Durelon

Calciumhydroxid (Ca(OH)2)

Ca(OH)2 selber ist kein Zement, wird aber oft Zementen zugesetzt oder unter Zementen zum Schutz der Pulpa verwendet.

Die entscheidende Wirkung von Ca(OH)2 beruht auf seinem pH-Wert, der im alkalischen Bereich von 12-13 liegt. Dieser ph-Wert ermöglicht die Abgabe von Hydroxylionen (OH-) in Wasser.
Aufgrund dieser Eigenschaft soll Ca(OH)2 bei Anwendung in der Dentinwunde von tiefen Kavitäten folgendes bewirken:
  • eine Neutralisation des sauren pH-Wertes, der im infizierten Dentin und in der entzündlich veränderten Pulpa durch eine Karies entsteht,
  • eine Desinfektion durch die bakterizide Wirkung des ph-Wertes,
  • eine Desensibilisierung des Dentins durch Verringerung der Dentindurchlässigkeit und
  • die Anregung einer Hartgewebsneubildung (Tertiärdentin).

Nicht-härtende Ca(OH)2-Präparate (wässerige Suspensionen und Pasten)

Als wirkungsvollstes, einfachstes und preiswertestes Präparat kann eine Suspension aus Ca(OH)2-Pulver und Wasser jeweils frisch angemischt werden (Ca(OH)2-Pulver aus der Apotheke: Calcium hydroxid pro analysi; Merck, Darmstadt).
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Das Pulver wird in quarkähnlicher Konsistenz mit Wasser (aufgrund der hohen Bakterizität von Ca(OH)2 ist Leitungswasser ausreichend) angemischt und in die Kavität eingebracht. Der Wasserüberschuss muss durch Abtupfen mit Wattepellets entfernt werden. Diese Ca(OH)2-Suspensionen werden auch in der Endodontie als medikamentöse Einlage in den Wurzelkanal eingebracht.

Bekannte Fertigprodukte sind Calxyl® rot für die "Direkte Überkappung" und Calxyl® blau und Hypocal® für die "Indirekte Überkappung" bzw. Caries-profunda-Therapie. Calxyl® blau und Hypocal® sind mit einem Zusatz von Bariumsulfat (BaSO4) als Röntgenkontrastmittel versehen. Da Röntgenkontrastmittel bei Kontakt mit der Pulpa in das vitale Gewebe eindringen und die Heilung negativ beeinflussen können, sollten Calciumhydroxidprodukte mit Bariumsulfat nicht zur "Direkten Überkappung" eingesetzt werden.

Erhärtende Ca(OH)2-Präparate

Ca(OH)2-Zemente auf Salicylat-Basis
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Diese Zemente bestehen im Allgemeinen aus einer Basispaste und einer Katalysatorpaste. Durch die Vermischung der Pasten kommt es zu einer Erhärtung. Produktbeispiel: Dycal®, Life® (Kerr) und Reokap® (Vivadent).

Ca(OH)2-Zinkoxideugenol-Zemente
Indikation und Anwendung sind vergleichbar mit denen der ZOE-Zemente.
Produktbeispiel: Cp-Cap

Ca(OH)2-Zinkoxidphosphat-Zemente
Indikation und Anwendung sind vergleichbar mit denen der PhZ-Zemente. Produktbeispiel ist Dropsin®. Diese Art von Zement weist allerdings einen Nachteil auf: die Ca(OH)2-Wirkung wird durch Phosphorsäurezusatz aufgehoben, gleichzeitig ist die Stabilität deutlich geringer als bei PhZ.