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| IMC Wiki | Risikoeinschätzung und Prognose

Risikoeinschätzung und Prognose

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Was versteht man Risiko?

Zusätzlich zur Ermittlung der Erkrankten zu einem definierten Zeitpunkt, ist es wünschenswert, vorherzusagen, welche Personen von der Krankheit betroffen sein werden, die zum jetzigen Zeitpunkt noch gesund sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person in Zukunft erkrankt, wird als Risiko bezeichnet.
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Risikofaktoren

Variablen, von denen angenommen wird, dass diese mit der Krankheitsentstehung bei einem Individuum in Zusammenhang stehen.

Risikoindikatoren

Potentielle Risikofaktoren, die in Querschnittsstudien ermittelt, jedoch noch nicht longitudinal bestätigt wurden.

Risikoprädiktoren

Sind eng mit erhöhter Erkrankungswahrscheinlichkeit verknüpfte Faktoren, jedoch nicht Bestandteil der Ursache.

Risikofaktoren in der Parodontologie

Das Pathogenesemodell nach Page und Kornman von 1997 bezieht epidemiologische Risikofaktoren bei der Entstehung von Parodontalerkrankungen mit ein. Es beschreibt den Zusammenhang von
  • Mikroflora ("microbial challenge")
  • erworbenen Risikofaktoren und Umweltfaktoren
  • genetischen Risikofaktoren
  • Immun- und Entzündungsreaktion
  • Bindegewebs- und Knochenstoffwechsel
  • klinischen Erkrankungszeichen
Im Einzelnen ergeben sich folgende Beziehungen:
  • Mikroflora
    • wird durch Antikörper der Immun- und Entzündungsreaktion bekämpft
    • wird durch PMNs der Immun- und Entzündungsreaktion bekämpft
    • bewirkt eine Entzündung und Antwort des Immunsystems durch Antigene, Lipopolysaccharide und andere Virulenzfaktoren
  • Immun- und Entzündungsreaktion
    • bekämpft Mikroflora mit Antikörpern
    • bekämpft Mikroflora mit PMNs
    • wird durch Antigene, Lipopolysaccharide und andere Virulenzfaktoren verstärkt
    • verstärkt den Bindegewebe- und Knochenstoffwechsel mit Cytokinen
    • verstärkt den Bindegewebe- und Knochenstoffwechsel mit Prostaglandinen
    • verstärkt den Bindegewebe- und Knochenstoffwechsel mit Matrixmetalloproteasen (MMPs)
    • werden durch Genetische Risikofaktoren und erworbene Risikofaktoren, sowie Umweltfaktoren modifiziert
  • Bindegewebe- und Knochenstoffwechsel
    • wird verstärkt durch Cytokine von Immun- und Entzündungsreaktion
    • wird verstärkt durch Prostaglandine von Immun- und Entzündungsreaktion
    • wird verstärkt durch Matrixmetalloproteasen (MMPs) von Immun- und Entzündungsreaktion
    • die Folgen des Bindegewebe- und Knochenstoffwechsels äußern sich in den typischen klinischen Zeichen der Parodontitis
    • wird durch Genetische Risikofaktoren und erworbene Risikofaktoren, sowie Umweltfaktoren modifiziert
  • Klinische Zeichen der Parodontitis
    • Gewebedestruktion
    • Änderung der Mikrobiologie
  • Genetische Risikofaktoren und erworbene Risikofaktoren, sowie Umweltfaktoren
    • modifizieren die Immun- und Entzündungsreaktion
    • modifizieren den Bindegewebe- und Knochenstoffwechsel
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Endogene Risikofaktoren

Die wichtigsten endogenen Risikofaktoren für eine Parodontitis sind:
  • Diabetes Mellitus
  • Osteoporose
  • Genetik
  • PMN-Dysfunktion

Prognose

Die Prognose beschreibt den Verlauf und den Ausgang einer Erkrankung bei bereits Erkrankten.
Nach McGuire und Nunn kann durch den initialen Befund festgelegt werden, welche Prognose eines Zahnes zu erwarten ist.
Folgende Bewertungskriterien wurden festgelegt:
  • Gute Prognose (eins oder mehr der folgenden Merkmale erfüllt)
    • Kontrolle der ätiologischen Faktoren
    • klinisch und radiologische adäquates Parodontium, das eine gute Mundhygiene ermöglicht
    • unterstützende Parodontitistherapie
  • Günstige Prognose (eins oder mehr der folgenden Merkmale erfüllt)
    • 25 % Attachmentverlust
    • Furkationsgrad I
    • gute Compliance und gute Pflegbarkeit
  • Schlechte Prognose (eins oder mehr der folgenden Merkmale erfüllt)
    • 50 % Attachmentverlust
    • Furkationsgrad II
    • die Furkation kann gepflegt werden, der Zugang ist jedoch erschwert
  • Fragwürdige Prognose (eins oder mehr der folgenden Merkmale erfüllt)
    • mehr als 50 % Attachmentverlust
    • schlechtes Kronen-Wurzel-Verhältnis
    • schlecht zugänglicher Furkationsgrad II
    • Furkationsgrad III
    • Lockerungsgrad 2 oder mehr
      • Hoffnungslose Prognose:
        • Unzureichendes Attachment, um den Zahn zu erhalten. Extraktion notwendig.
      (McGuire und Nunn 1996a, 659)

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Quellen

  • McGuire, M. K.; Nunn, M. E. (1996a): Prognosis versus actual outcome. II. The effectiveness of clinical parameters in developing an accurate prognosis. In: Journal of periodontology 67 (7), S. 658–665. DOI: 10.1902/jop.1996.67.7.658
  • McGuire, M. K.; Nunn, M. E. (1996b): Prognosis versus actual outcome. III. The effectiveness of clinical parameters in accurately predicting tooth survival. In: Journal of periodontology 67 (7), S. 666–674. DOI: 10.1902/jop.1996.67.7.666