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| IMC Wiki | Retrograde Kavitätenpräparation

Retrograde Kavitätenpräparation

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Anforderungen an eine erfolgreiche retrograde Präparation

  • Aufbereitung und Reinigung der Kavität bis zu einer Tiefe von 3mm
  • Parallele, dem anatomischen Verlauf des Kanals folgende Präparation
  • Präparation des gesamten Kanalquerschnitts
  • Erfassung aller Isthmen
  • Vermeidung der Schwächung von Dentinbrücken
Ziel der retrograden Präparation ist die Schaffung einer Kavität für den dichten retrograden Wurzelkanalverschluss
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Historie

  • 1957 erste publizierte Anwendung des Ultraschalls in der apikalen Chirurgie durch Richman
  • 1976 modifizierten Bertrand et al. einen Ansatz zur Zahnsteinentfernung für die retrograde Präparation

Prinzip

Größenvergleich von den Mikrospitzen und dem früher verwendeten Mikrokopf
  • Mit Hilfe von Ultraschallenergie werden spezielle mikrochirurgische Retrotips oder Mikrospitzen in elektromagnetische Schwingungen versetzt (Oszillation), womit es zu einer Abtragung von Zahnhartsubstanz kommt.
  • Unter ausreichender Wasserkühlung reinigen diese oszillierenden mikrochirurgischen Instrumente apikale Wurzelkanäle und können diese auch gleichzeitig präparieren.

Optimierung

  • Verwendung von Mikroinstrumentarium
  • Verwendung einer Stirnlampe mit Faseroptik in Kombination mit einer Lupenbrille
  • Verwendung eines Operationsmikroskopes

Vorgehen

  • Ansetzen des Ultraschallansatzes am Eingang des angeschnittenen Kanals
  • Aktivierung des Gerätes zuerst ohne Wasserkühlung
  • Setzen einer Führungskonkavität im Kanaleingang
  • bei Vorliegen einer Isthmusverbindung Präparation einer Führungsrille
  • Einschaltung der Wasserkühlung
  • Präparation durch Auf- und Abwärtsbewegungen der Mikrospitzen in der Verlaufsrichtung des Kanals
  • Seitlicher Druck soll wegen des Risikos einer Perforation vermieden werden.
  • bei Vorliegen einer Isthmusverbindung Präparation durch leicht pinselnde Bewegungen mit der Spitze des Ansatzes über die Wurzelinnenfläche von einem Kanal zum anderen
  • Zur Erreichung höchster Effizienz darf der Ansatz nur mit einer pinselnden Bewegung über die zu präparierende Dentinoberfläche geführt werden.
  • Zuviel Druck lässt die Effizienz der Substanzentfernung absinken, da die Ultraschallwellen nicht bis zum Arbeitsende gelangen.

Vorteile

  • achsengerechter Zugang zur Wurzelspitze
  • Möglichkeit der retrograden Präparation in nahezu jeder anatomischen Situation (vertikale Dimension der Ansätze von 3 mm)
  • Schonung von periapikalem Knochen aufgrund der feinen Instrumente (benötigter Freiraum von 4-5 mm apikal des resezierten Apex zum Einführen des Ultraschallansatzes)
  • kleiner Resektionswinkel (Abschrägung), max. 15-20°
  • Die Kavität kann entsprechend dem Kanaldurchmesser kleiner gestaltet werden, weniger Dentintubuli werden eröffnet.
  • genügende Restdicke und -stabilität der Wurzelwände
  • glatte Kavitätenpräparation in der Längsachse des Wurzelkanals bis zur erforderlichen Tiefe von 3 mm
  • Präparation einer Klasse I-Kavität mit parallelen Wänden, die eine optimale Retention für die Füllung bieten.
  • Möglichkeit einer Isthmusbearbeitung
  • Vermeidung von apikalen Perforationen
  • Möglichkeit einer sterilen Arbeitsweise
  • Zeitgewinn

Nachteile

  • mögliche Mikrorisse und Wurzelfrakturen

    Von Arx und Walker (2000) untersuchten experimentelle Studien zu Oberflächenveränderungen der Wurzeln nach Präparation einer retrograden Kavität mittels Ultraschall.

    Alle acht Studien waren In-vitro-Studien (Abedi et al. 1995, Layton et al. 1996, Frank et al. 1996, Lloyd et al. 1996, Waplington et al. 1997, Beling et al. 1997, Min et al. 1997, Calzonetti et al. 1998).

    Sieben Studien wurden an extrahierten Zähnen durchgeführt, eine Studie an einer menschlichen Leiche (Calzonetti et al. 1998).
    Die Präparationen mittels Ultraschall verursachten signifikant mehr Mikrorisse als die Präparation mittels Bohrer, in der Studie von Calzonetti (1998) wurden keine Mikrorisse festgestellt.
    Die Bedingungen an extrahierten Zähnen sind mit der klinischen Situation nicht zu vergleichen. Das periodontale Ligament wirkt dämpfend und absorbierend auf die Vibrationen der retrograden Präparationen und kann dadurch Mikrorisse verhindern. Auch kann das Austrocknen der Zähne nach der Extraktion sowie die Vorbereitungen zur SEM-Analyse die Mikrofrakturen verursachen (Calzonetti et al. 1998).

  • Über das Ausmaß der erforderlichen Abtragung liegen keine Angaben vor.

  • Klinische Langzeitergebnisse liegen noch begrenzt vor. In einer klinischen Longitudinalstudie über einen Zeitraum von durchschnittlich 4,6 Jahren fand Testori et al. (1999) einen 85%igen Erfolg bei den mit Ultraschall behandelten Patienten.

Erfolgsraten

Rubinstein und Kim (1999) untersuchten die Ergebnisse der retrograden Präparation mittels Ultraschall in einer prospektiven Studie über einen Zeitraum von 14 Monaten. Die Erfolgsrate lag mit 96,8% sehr hoch.

Retrograde Präparation mit dem (Mikro-)winkelstück und Bohrer

Nachteile
  • Großer Substanzverlust im Operationsgebiet, um den Kopf des Winkelstückes samt Bohrer (12 mm) in die Resektionshöhle einzubringen.
    #pic#
  • ungenügende Sicht während der Präparation
  • Eine achsengerechte Präparation ist schwierig bis unmöglich.
  • Die Isthmusbearbeitung ist nicht möglich
  • große Kavität in der Resektionsfläche
  • Bei bukkalem Zugang wird die bukkale Fläche des Kanals nur ansatzweise gereinigt

Retrograde Präparation mit normalen Winkelstücken mit reduziertem Kopf und kurzen Bohrern

Nachteile
  • Eine achsengerechte Präparation ist nicht möglich
  • Gefahr einer Perforation
  • aufgrund der Perforationsgefahr häufig unzureichende Tiefenbohrung

Schlitzpräparation (Slotpräparation)

#pic#

Nachteile
  • hoher Verlust von bukkalem Knochen
  • hoher Wurzelsubstanzverlust

Vergleichende Untersuchungen über die Ultraschall- und Mikrowinkelstück-Präparation retrograder Kavitäten

Bader und Lajeune (1998) publizierten die erste klinische Studie über den Vergleich der zwei Techniken der retrograden Präparation.
Nach 12 Monaten zeigten die Zähne mit Ultraschallbehandelung eine bessere Prognose als die Zähne, die mittels Bohrer präpariert wurden. Unabhängig von der Technik verbesserte der Einsatz des CO2-Lasers nicht den Heilungsprozess.


Quellen

  • Abedi HR, Van Mierlo BL, Wilder-Smith P, Torabinejad M (1995)   Effects of ultrasonic root-end cavity preparation on the root apex   Oral Surg Oral Med Oral Pathol Oral Radiol Endod 80:207-13
  • Bader G, Lejeune S (1998)   Prospective study of two retrograde endodontic apical preparations with and without the use of CO2 laserfillings in humans   Endod Dent Traumatol 14:75-8
  • Beling KL, Marshall JG, Morgan LA, Baumgartner JC (1997)   Evaluation for cracks associated with ultrasonic root-end preparation of gutta-percha filled canals   J Endod 23:323-6
  • Arx T von, Walker WA (2000) Microsurgical instruments for root-end cavity preparation following apicoectomy: a literature review Endod Dent Traumatol 16:47-62
  • Bertrand G, Festal F, Barailly R (1976) Use of ultrasound in apicoectomy Quint Int 7: 9-12
  • Calzonetti KJ, Iwanowski T, Komorowski R, Friedman S (1998) Ultrasonic root end cavity preparation assessed by an in situ impression technique Oral Surg Oral Med Oral Pathol Oral Radiol Endod 85:210-5
  • Frank RJ, Antrim DD, Bakland LK (1996) Effect of retrograde cavity preparations on root apexes Endod Dent Traumatol 12:100-3
  • Layton CA, Marshall JG, Morgan LA, Baumgartner JC (1996) Evaluation of cracks associated with ultrasonic root-end preparation J Endod 22:157-60
  • Lloyd A, Jaunberzins A, Dummer PM, Bryant S (1996) Root-end cavity preparation using the MicroMega Sonic Retro-prep Tip. SEM analysis Int Endod J 29:295-301
  • Min MM, Brown CE Jr, Legan JJ, Kafrawy AH (1997) In vitro evaluation of effects of ultrasonic root-end preparation on resected root surfaces J Endod 23:624-8
  • Richman M J (1957) The use of ultrasonics in root canal therapy and root resection J Dent Med 12: 12-18
  • Rubinstein RA, Kim S (1999) Short-term Observation of the results of endodontic surgery with the use of a surgical operation microscope and super-EBA as root-end filling material J Endod 25:43-8
  • Waplington M, Lumley PJ, Walmsley AD (1997)   Incidence of root face alteration after ultrasonic retrograde cavity preparation   Oral Surg Oral Med Oral Pathol Oral Radiol Endod 83:387-92