Das IMC WIKI ist umgezogen...

... zur OREC-Library. Um zur OREC-Library zu gelangen klicken sie auf den folgenden Link:


OREC-Library
Abb. 1
Only for registered users
Abb. 2
Only for registered users
Abb. 3
Only for registered users
Abb. 4
Only for registered users
Abb. 5
Only for registered users
Abb. 6
Only for registered users
Abb. 7
Only for registered users
Abb. 8
Only for registered users
Abb. 9
Only for registered users
Abb. 10
Only for registered users
Abb. 11
Only for registered users
Abb. 12
Only for registered users
Abb. 13
Only for registered users
Abb. 14
Only for registered users
Abb. 15
Only for registered users
Abb. 16
Only for registered users
Abb. 17
Only for registered users
Abb. 18
Only for registered users
Abb. 19
Only for registered users
Abb. 20
Only for registered users
Abb. 21
Only for registered users
Abb. 22
Only for registered users
Abb. 23
Only for registered users

| IMC Wiki | Knie (Regio genus)

Knie (Regio genus)

  • Start
  • Suche
  • von A bis Z
  • Kategorien

<< zurück



Anatomie und Physiologie

#pic#
Die lokomotorische Einheit Knie besteht aus dem distalen Oberschenkelknochen, dem Kniegelenk, Schien- und Wadenbein, Kniescheibe sowie den das Gelenk bewegenden Muskeln und Leitungsbahnen. Das Kniegelenk (Articulatio genus) verbindet Ober- und Unterschenkel und ist ein Drehscharniergelenk:
Extension - Flexion 0° - 0° - 150°
Außenrotation - Innenrotation 30° - 0° - 10°

Es setzt sich aus drei Teilgelenken zusammen:
  • Articulatio femorotibialis
  • Articulatio tibiofibularis
  • Articulatio femoropatellaris
Die Menisken schließlich unterteilen in das laterale und mediale, meniskofemorale und meniskotibiale Gelenk. Die das Kniegelenk bewegenden Muskeln werden in Extensoren und Flexoren mit und ohne Rotatorenfunktion unterteilt.

#pic#
Der Ursprung der Muskulatur ist einerseits der Oberschenkelschaft, daneben das Sitzbein (ischiokrurale Muskeln). Zweigelenkige Muskeln, die das Hüftgelenk strecken, im Kniegelenk beugen, Gänsefußmuskel von der Hüfte (M. sartorius und M. gracilis), welche im Kniegelenk beugen und innenrotieren, und Hüftmuskeln (M. glutaeus maximus und M. tensor fasciae latae), welche über den tractus iliotibialis am Kniegelenk ansetzen und die Streckstellung festigen bzw. das abgewinkelte Kniegelenk nach außen rotieren. Schließlich haben auch Muskeln des Unterschenkels Einfluss auf die Beugung (M. popliteus, M. gastrocnemius, M. plantaris). Die Innervation erfolgt durch die Nn. femoralis, ischiadicus, obturatorius und tibialis. Die Leitungsbahnen verlaufen dorsal über das Gelenk. Sie sind in Bindegewebskörper eingebettet.

#pic#
Die A. femoralis, von ventral am Hüftgelenk kommend, zieht zur Rückseite des Kniegelenks und kreuzt die Adduktoren des Oberschenkels. Hierfür ist vom Ansatz des M. adductor magnus an ein Kanal angelegt, der Canalis adductorius. Das Kniegelenk ist bevorzugt in die Propriorezeption, die Wahrnehmung der Stellung und Bewegung des Körpers, eingebunden (vgl. Senso-motorisches und moto-sensorisches Kooperations- und Kontrollsystem). Die Rezeptoren liegen in den Gelenken, Muskeln und Sehnen und der Haut. Die Qualitäten der Tiefensensibilität sind
  • Stellungssinn
  • Bewegungssinn
  • Kraftsinn
Die Zentren der somatosensorischen Wahrnehmung liegen im Thalamus und der Kortex. Die Gelenksensoren mit besonderer Bedeutung für das Kniegelenk sind in der Kapsel lokalisiert. Durch künstlichen Gelenkersatz wird die Propriorezeption indessen nicht wesentlich gestört. Die Muskelspindeln scheinen deren Funktion zu übernehmen.
ANZEIGE:
Logo IMC Uni Essen Duisburg
in Kooperation mit
Logo MVZ Kopfzentrum
Zahnimplantate,
Parodontosebehandlungen,
Aesthetische Zahnbehandlungen
zu sehr guten Konditionen
In der Praxis für Zahnmedizin im EKN Duisburg
Weitere Informationen unter www.mvz-kopfzentrum.de

Erkrankungen und Verletzungen

#pic#
Das Kniegelenk ist das größte des Menschen mit der geringsten Kongruenz seiner knöchernen Bestandteile. Für die Stabilität sorgen ein groß angelegter Bandapparat, Menisken und Muskeln. Das Kniegelenk ist der Hauptleidtragende im Hobbysport, im Sport ohne Kultur und Standardtechnik. Hier werden mehr als in anderen lokomotorischen Einheiten Bänder, Gelenkscheiben, Gelenkflächen heute bevorzugt arthroskopisch repariert. Der Funktionsausfall auch nur einer Seite führt zu dramatischen Behinderungen. Unselbständigkeit, Arbeitsunfähigkeit, Frührente, Angewiesensein auf Hilfe im Alltag. Deshalb werden funktionsverbessernde Eingriffe auch bei chronischen Gelenkerkrankungen bis hin zur Gelenkprothese immer häufiger durchgeführt.

Zelluläre Läsionen

Das Knie ist bevorzugter Ort für zahlreiche Erkrankungen (Tumoren, degenerative und entzündliche Erkrankungen sowie Fehlbildungen). Zahlreiche typische Verletzungen kennzeichnen dieses stark belastete Gelenk:

#pic#
benigne und maligne Tumoren (rund 1/5 aller Tumoren), Osteomyelitis, Gonarthrose, Osteomalazie, Rachitis, Osteodystrophie, Osteochondrosis dissecans, Chondromalazie, idiopathische Knochennekrosen, Gicht, Fehlbildungen, Bursitis, Frakturen, Luxationen, Meniskus- und Bandverletzungen

Metabolische Erkrankungen

Osteodystrophie, Hyperparathyreoidismus, (braune Tumoren): Oberschenkel- und Unterschenkelknochen, Rachitis gelenknah

Entzündliche Läsionen

Gonarthritis und Bursitis sind häufige Erkrankungen. Der Gonarthritis können folgende Erkrankungen zugrunde liegen:
  • bakterielle Infektion (Kniegelenksempyem)
  • rheumatische Reaktionen
  • systemische Reaktionen
Therapie:
regionale Behandlung der Entzündung, der Infektion, z. B. Entfernung des Schleimbeutels (Bursitis praepatellaris) und Allgemeinbehandlung der Grundkrankheit, z. B. des Rheumatismus

Degenerative Erkrankungen

Gonarthrose

Definition:
Degeneration durch chronische Belastung, Verschleiß lateral, medial und/oder des Femoropatellargelenkes, bei angeborenen Achsenfehlern, nach Meniskusoperationen, Gichtanfällen, Bandverletzungen, familiärer Häufung

Therapie:
medikamentös: symptomatisch
chirurgisch: Umstellungsosteotomien (Tibiakopf) bei unilateralen, arthroskopische Gelenkpolitur, alloarthroplastischer Gelenkersatz

Chondromalacia patellae

Definition:
Destruktion des Patellarknorpels, unbekannte Ätiologie

Ätiologie:
unbekannt, vielfach bei Überlastungen

Klinik:
Durch Freisetzung enzymatischer Enzyme entsteht eine Synovialitis mit Schmerzen unter der Patella, Krepitation, Gelenkerguss, Schwellung des oberen Rezessus, sekundäre Arthrose.

Diagnose:
Arthroskopie

Therapie:
Ruhigstellung, Entlastung, physikalische Therapie, intraartikuläre Injektionen. Arthroskopisches Knorpelshaving , Ventralisation der Patella

Präpatelläres Schmerzsyndrom

Definition:
Schmerzen am Sehnenansatz der Patella und der synovialen Insertion

Ätiologie:
Überlastung (Sportler, Arbeiten in Kniebeuge)

Klinik:
Schmerzen bei kraftvoller Kniebewegung (treppauf, treppab), Druckschmerz

Therapie:
Entlastung, Ruhe, evtl. Berufswechsel

Baker-Zyste

Definition:
Kniegelenkszyste von der dorsalen Gelenkkapsel nach Kniegelenksergüssen, ausgehend im Bereich der Kniekehle

Fehlbildungen

Genu valgum und Genu varum

#pic#
Säuglinge haben von Natur aus ein Genu varum, welches sich in den ersten Jahren zum Genu valgum umwandelt, wobei Mädchen eine vermehrte X-Stellung haben. In der Entwicklung überwiegt das Wachstum der Beine im Bereich der Wachstumsfugen des Kniegelenkes. Unilaterale Schädigungen führen zum überwiegenden Längenwachstum der kontralateralen Seite und entsprechender Fehlstellung.

#pic#
Die Feststellung erfolgt durch Messungen und Röntgenaufnahmen. Unkorrigierte Fehlstellungen führen zur Luxationsneigung der Patella (Genu valgum) und Instabilität des Kniegelenkes (Genu varum).

Therapie:
Stoffwechselbedingte Fehlstellungen heilen bei frühzeitiger Behandlung des Grundleidens spontan. Lagerungen in Schalen begünstigen die Korrektur. Hochgradige Fehlstellungen werden durch Osteotomien (Tibiakopf, suprakondylär) korrigiert.

Rezidivierende Patellaluxation

Definition:
angeboren, habituelle posttraumatische Luxationsneigung durch Hypoplasie, vermehrte laterale Belastung, Trauma

Therapie:
kapselraffende bzw. kapselspaltende Operation

Scheibenmeniskus

Definition: #pic#
bleibende Scheibenform des Meniskus mit Einklemmungen und Streckhemmung

Therapie:
- Meniskusteilresektion; oben quer verlaufend die Femurkondyle, in der Mitte senkrecht verlaufend die Poplitealsehne, unten quer verlaufend die innere Meniskusfläche, die knöchern ausgefüllt, flach, scheibenförmig den Gelenkspalt nach unten begrenzt
Das Bild gibt einen Eindruck von der Brillanz arthroskopischer Aufnahmen.

Genu recurvatum

Definition: #pic#
Überstreckbarkeit des Kniegelenkes durch vermehrtes dorsales Wachstum der Epiphyse

Therapie:
Korrekturosteotomie (re.)

Verletzungen der lokomotorischen Einheit Knie

Femurschaftfrakturen - Femurdiaphysenfrakturen

#pic#
Femurschaftfrakturen - Femurdiaphysenfrakturen
A = Einfache Fraktur
A 1 Einfache Fraktur, spiralförmig
A 2 Einfache Fraktur, schräg (>/-30°)
A 3 Einfache Fraktur, quer (< 30°)
B = Keilfraktur
B 1 Keilfraktur, Drehkeil
B 2 Keilfraktur, Biegungskeil
B 3 Keilfraktur, Keil fragmentiert
C = Komplexe Fraktur
C 1 Komplexe Fraktur, spiralförmig
C 2 Komplexe Fraktur, etagenförmig
C 3 Komplexe Fraktur, irregulär

Unfallmechanismus:
überwiegend direkte Gewalteinwirkungen

Charakteristika: #pic#
- alle Frakturformen sind möglich: Spiral-, Quer-, Biegungs-, Trümmerbrüche
- Blutverluste bis zu 2 l
Die Versorgung der Femurfraktur hat beim Polytrauma die oberste Priorität. Der instabile Femur bedeutet instabilen Kreislauf, instabile Atmung und drohendes ARDS. Deshalb soll die operative Versorgung noch vor der Aufnahme auf die Intensivstation erfolgen!

#pic#
Konservative Behandlungen sind außer bei allgemeiner Inoperabilität (extrem hohes Lebensalter, schwere Erkrankungen der inneren Organe, z. B. Herzinsuffizienz) nicht angezeigt. Die Therapie der Wahl ist die vordringliche Stabilisierung mit dem Verriegelungsnagel.

Komplikationen:
Gefäß- und Nervenschädigung, Drehfehler, Achsenfehler

Ergebnis:
bei guter Stellung sehr gute Ergebnisse

Distale Femurfrakturen

#pic#
AO-Klassifikation distaler Femurfrakturen
A = Extraartikuläre Fraktur
A 1 Extraartikuläre Fraktur, einfach
A 2 Extraartikuläre Fraktur, mit metaphysärem Keil
A 3 Extraartikuläre Fraktur, metaphysär komplex
B = Partiell artikuläre Fraktur
B 1 Partiell artikuläre Fraktur, lateraler Kondylus, sagittal
B 2 Partiell artikuläre Fraktur, medialer Kondylus, sagittal
B 3 Partiell artikuläre Fraktur, frontal
C = Vollständig artikuläre Fraktur
C 1 Vollständig artikuläre Fraktur, artikulär einfach, metaphysär einfach
C 2 Vollständig artikuläre Fraktur, artikulär einfach
C 3 Vollständig artikuläre Fraktur, mehrfragmentär

Therapie:
Volumenersatz, primäre übungsstabile Osteosynthese, konservative Therapie hinterlässt erhebliche Funktionsstörungen

Operative Technik: #pic#
Spongiosaschrauben, dynamische Kondylenschraube, retrograde Nagelung, bei offenen Frakturen gelenkübergreifender Fixateur

Komplikationen:
Durchblutungsstörungen, Knochensequester, Knorpelschäden, Arthrose, Strecksteife.

Postoperative Therapie - Ergebnisse:
hängen von der Qualität der Rekonstruktion ab; Arthrosen sind häufig

Frakturen der proximalen Tibia/Fibula

#pic#
AO-Klassifikation der proximalen Tibia-/Fibula-Frakturen
A = Extraartikuläre Fraktur
A 1 Extraartikuläre Fraktur, Ausriss
A 2 Extraartikuläre Fraktur, metaphysär einfach
A 3 Extraartikuläre Fraktur, metaphysär mehrfragmentär
B = Partiell artikuläre Fraktur
B 1 Partiell artikuläre Fraktur, reine Spaltung
B 2 Partiell artikuläre Fraktur, mit Impression
B 3 Partiell artikuläre Fraktur, Spaltimpression
C = Vollständig artikuläre Fraktur
C 1 Vollständig artikuläre Fraktur, artikulär einfach, metaphysär einfach
C 2 Vollständig artikuläre Fraktur, artikulär einfach, metaphysär mehrfragmentär
C 3 Vollständig artikuläre Fraktur, mehrfragmentär

Tibiakopfbrüche

Unfallmechanismus:
Axiale Stauchung (Varus- oder Valgusexzess), Bandabrisse, Frakturen und Meniskusschäden begleiten diese Frakturen.

Charakteristika: #pic#
Drei Hauptgruppen:
Plateaufrakturen, Luxationsfrakturen mit drei Grundformen: Spaltbrüche, Kondylus-Gesamtfrakturen, Vierteilbruch, Knöcherne Seitenbandausrisse

Therapie: #pic#
primär konservativ bei fehlender Verschiebung und stufenlosen Gelenkflächen 2-3 Wochen, Oberschenkelliegegips, dann Bewegungsschiene, Heilungsdauer 10-12 Wochen

Indikationen zur Operation:
Depression, Impression, instabile Luxationsfrakturen, Stufen in der Gelenkfläche

Operative Technik:
Unterfütterung mit Spongiosa, Spongiosaschrauben, Zugschrauben, Platten

Komplikationen:
Gelenksteife, Arthrose, Achsenfehler (Varus-, Valgusstellung)

Postoperative Therapie - Ergebnis:
bei Trümmerfrakturen vielfach wenig befriedigende Ergebnisse, Arthrosen, bei Fehlstellungen Korrekturosteosynthesen oft unvermeidbar

Proximale Fibulafraktur (Wadenbeinbrüche)

Therapie: #pic#
wenn durch direktes Trauma entstanden, konservativ (funktionelle Behandlung); als Folge einer Außenknöchelfraktur entstanden, wird diese versorgt

Patellafrakturen (Kniescheibenbrüche)

Unfallmechanismus: #pic#
meistens direkte Gewalt (Sturz auf das gebeugte Knie); nicht selten Knochenausriss bei maximaler (reflektorischer) Anspannung des M. quadrizeps femoris

Charakteristika:
Quer-, Längs-, Stern-, Trümmerfrakturen; häufig offene Frakturen

Klinik - Funktionsstörungen:
sichtbare Delle bei Querfrakturen; Ausfall der Streckfunktion

#pic#
bei Streckfunktionsstörungen ist die Osteosynthese zwingend; im übrigen auch konservativ; Ruhigstellung des Kniegelenkes in gestreckter Haltung

Therapie: #pic#
bei Fissuren konservativ (funktionell, unbelastet); im übrigen Osteosynthese mit Wiederherstellung stufenloser Gelenkflächen

Indikationen zur Operation:
Frakturspalten, Gelenkflächenstufen

Operative Technik:
Zuggurtung und Retinakulanaht nach stufenloser Reposition, Teilresektionen von Randfrakturen ohne Stabilitätsaufgaben, Cerclage

Komplikationen:
Arthrose

Postoperative Therapie - Ergebnis:
bei stufenloser Reposition recht gut

Kniegelenksluxationen

Unfallmechanismus: #pic#
starke Gewalteinwirkung dynamischer Kräfte, z. B. beim Skilaufen

Charakteristika:
mehr als zwei Drittel sind Luxationen nach vorne oder hinten außen; Zerreißung des Bandapparates einschließlich beider Kreuzbänder, Gefäß- und Nervenschäden

Therapie:
arthroskopische Gelenklavage, Objektivierung der Verletzungsfolgen, sekundäre Rekonstruktion der Bandverletzungen, primäre Versorgung knöcherner Ausrisse

Operationsindikation:
stets bei Operabilität

Ergebnis:
vielfach Restinstabilität, Arthrose, Chondropathia patellae

Patellaluxation

Unfallmechanismus:
meistens bei relativ geringen Bewegungen aus extremer Gelenkstellung bei vorbestehender Prädisposition

Charakteristika:
Stellung der Patella oben und lateral der Femurkondyle - häufig Abscherfraktur des lateralen Femurkondylus

Klinik, Funktionsstörung:
federnde Fixation des Kniegelenkes

Diagnose:
Tastbefund, Röntgenaufnahme in zwei Ebenen

Therapie:
Reposition (notfallmäßig), Gelenkpunktion (blutiger Erguss); chirurgische Stabilisierung der knöchernen Begleitverletzungen, bei habitueller Luxation Straffung des Bandapparates

Prognose:
häufig resultiert eine habituelle Luxationsneigung, Chondropathia patellae, Arthrose

Bandverletzungen des Kniegelenkes

20 % aller Knieverletzungen gehen mit Instabilität einher.

Unfallmechanismus:
indirekte Gewalteinwirkung auf das belastete Bein in leichter Beugestellung, Abduktion und Außenrotation, aber auch direkte Gewalteinwirkungen

Charakteristika:
stabile, unstabile Verletzungen, Zerrungen, Überdehnungen, Bänderrisse mit Hämarthros; Instabilität in einer, zwei Ebenen, Rotationsinstabilität, sagittale Instabilität, kombinierte Instabilitäten

Klinik:
verschiedene Formen der Instabilitäten, Hämarthros, Schwellung, Ödem, eingeschränkte Funktion

Therapie:
dringliche operative Bandrekonstruktion; die konservative Therapie ist absolut unbefriedigend (bleibende Instabilitäten)

Operative Technik:
- Seitenbänder: Verschraubung des knöchernen Ausrisses
- Kreuzbänder: transossare Fixation, Naht, plastischer Ersatz, (Sehne des M. semitendinosus oder gracilis), 6 Wochen Ruhigstellung in dynamischer Orthese

Prognose:
vielfach bleibende Bandinsuffizienz mit Instabilität, mit Gangunsicherheit, Arthrose; die Resultate sind nur aus der Hand des "Kniespezialisten" gut

Meniskusverletzungen

Unfallmechanismus: #pic#
Sportler, Drehung des fixierten, belasteten Unterschenkels in gebeugtem Zustand und plötzliche Streckbewegung

Charakteristika:
Schräg-, Quer-, Längsrisse, Korbhenkelform; Abrisse am Kapselansatz, vorwiegend am medialen Meniskus (20:1); Entwicklung vo.

Klinik:
Druckschmerz über der Läsion, Streckhemmung, Ab- und Adduktionsschmerz, Rotationsschmerz (nach außen, gebeugt). Geräusche einklemmender Gewebe bei Bewegungen (Beugung - Außenrotation - Strecken)

Diagnose:
Klinik, Arthroskopie

Therapie:
Ergusspunktion, Reposition von Interponaten, Operation

Chirurgische Technik:
partielle Meniskektomie, Naht an der Kapsel

Prognose:
bei konservativer Therapie bleibende rezidivierende Beschwerden, freie Gelenkkörper, Arthrose, Synovialitis, Knorpelschäden; nach operativer Therapie - Arthrose nicht selten