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| IMC Wiki | Kolon und Rektum, kybernetische Läsionen

Kolon und Rektum, kybernetische Läsionen

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Fehlbildungen - Folgen von Fehlbildungen der Entwicklung

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Zu den Fehlbildungen des Dickdarmes gehören die relativ häufige Malrotation und die seltenen Atresien. Das kindliche Megakolon beruht auf einer angeborenen Innervationsstörung. Für den Morbus Hirschsprung (Megacolon congenitum) ist ein aganglionäres Kolonsegment meistens im Bereich des rektosigmoidalen Überganges charakteristisch. Die Folge ist eine Engstellung und Passagebehinderung mit Dilatation der oberhalb gelegenen Kolonabschnitte.
Angeborene Angiodysplasien betreffen die Gefäße der Mukosa oder Submukosa.
Echte, angeborene Kolondivertikel kommen vor allem im Zökum und Colon ascendens vor.
Die Fehlbildungen des Kolons sind relativ häufig Anlass zur chirurgischen Eingriffen im Neugeborenen- und Kindesalter.
Bei Erwachsenen kann es infolge der Malrotation selten einmal zu Torsion des Colon ascendens kommen. Es treten dann die Symptome des vaskulär bedingten akuten Bauches auf.

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Zu den Seltenheiten gehören Doppelbildungen, wie hier des absteigenden Dickdarmabschnittes. Man erkennt drei mit Kontrastmittel gefüllte Darmschlingen (im Bild rechts). Eine Schlinge ist als Blindsack angelegt.

Divertikel

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Divertikel sind angeborene oder erworbene Fehlbildungen des Dickdarmes. Die erworbenen sind bevorzugt in den unteren Abschnitten angelegt.
Neben den angeborenen echten Divertikeln entwickeln sich in gehobenen Altersklassen sehr häufig Pseudodivertikel (Graser-Divertikel). Es sind Ausstülpungen der Mukosa und Submukosa, vorzugsweise im Sigma. Die benachbarte Darmmuskulatur ist hyperplastisch. Die Ursache der Entstehung ist letztendlich ungeklärt. Zusammenhänge mit dem Innendruck dieses Darmabschnittes oder einer Schwäche der Darmwand im Bereich der Gefäßeintritts- und -austrittsstellen, wo sich diese Pseudodivertikel entwickeln, werden diskutiert. Sicher tritt diese Erkrankung in Gestalt der Divertikulose häufiger in Ländern auf, wo die Kost zellulosefaserarm ist.

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Der spontane Verlauf der Erkrankung ist vielseitig und unvorhersehbar. Die überwiegende Zahl der älteren Menschen mit Divertikulose bleibt beschwerdefrei.

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Die Röntgenkontrastmitteldarstellung eignet sich am besten zur Beurteilung des Umfanges, der Zahl und Lokalisation der Divertikel und von Folgeschäden, z. B. einer Einengung des Darmlumens (im Bild rechts unten - weiß = Kontrastmittel, schwarz = Luft).
Die Divertikulose ist überwiegend symptomlos, bei einigen Patienten kommt es aber zu teils massiven Blutungen.
Die Divertikulitis, die häufigste Komplikation der Divertikulose, geht einher mit linksseitigen Unterbauchbeschwerden, Entzündungszeichen, Fieber, Leukozytose, tastbarem Entzündungstumor.

Symptome:
Bei gedeckter Perforation schmerzhafter Tastbefund, bei freier Perforation Peritonitissymptome, Sepsis, Schock. Nach langjähriger Anamnese Zeichen der Passagebehinderung und Subileus, Fistel zur Haut mit Entleerung von Darminhalt oder zur Blase mit Gasentleerungen bei der Miktion.

Diagnose:
- Der Tastbefund im linken Unterbauch ergibt fast immer einen ersten Hinweis.
- bei Blutungen als erstem Symptom: Endoskopie und Angiographie
- bei Zeichen der Divertikulitis: röntgenologisch durch Kolon-Kontrastdarstellung, Endoskopie und Biopsie bei röntgenologischem Tumorverdacht; Röntgenologische Fisteldarstellung; Sonographische Suche nach Abszessen; Laboratoriumsanalysen: Blut, Blutbild, Harn

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Die Komplikationen beruhen auf entzündungsbedingten Wandschäden, Überschreiten der Infektion in die Umgebung, Durchbruch mit Bauchfellentzündung.

Therapie:
bei Divertikulose als Zufallsbefund und zur prophylaktischen Behandlung von Komplikationen: zellulosefaserreiche Kost mit medikamentösen Zusätzen wie Weizenkleie, Normalisierung der Stuhlgewohnheiten
In späteren Stadien wird die Indikation zu den einzelnen Therapieverfahren sehr differenziert erarbeitet.
An erster Stelle steht die konservative Therapie. Nur bei Komplikationen oder häufig rezidivierenden Attacken werden resezierende Verfahren angewendet. Hierbei hängt die Wahl des Verfahrens vom Lokalbefund ab. Bei eitrigen Entzündungen in der Region des Sigmas sind zweizeitige Operationen sicherer.
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