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| IMC Wiki | Viruswarzen, Papillome

Viruswarzen, Papillome

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Einleitung

Humane Papilloma-Viren (HPV) bilden eine große Gruppe von kleinen DNS-Viren. Bisher sind über 100 definierte Typen bekannt, die vor allem benigne infektiöse Tumoren der Epidermis (Viruswarzen und Papillome) verursachen. Bestimmte Typen (besonders HPV 16, 18, 31 und 33) haben auch eine karzinogene Potenz (onkogene HPV-Typen) die Zervix-, Vulva-, Penis-, Anal-, Mundhöhlen- und Ösophaguskarzinome induzieren können.

Viruswarzen der Haut und Schleimhäute:
  • Verruca vulgaris (Palmo-plantar, Gesicht, Knie, Mund, Lider, genital)
  • Verrucae planae juveniles (Hand, Fuß, Gesichtshaut, Larynx)
  • Verruca palmoplantaris (Mosaikwarze und Dornwarze)
  • Schlachterwarze (Hand)
  • Condyloma acuminata (genital, perianal, Larynx, Konjunktiven)
  • fokale orale epitheliale Hyperplasie (Morbus Heck)
  • Schleimhautpapillome (genital, perianal, oral, Larynx)
Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch durch direkten Kontakt oder Autoinokulation. Besonders auffällig sind immunsupprimierte Patienten (Organtransplantierte, HIV-infizierte) mit ausgedehntem und therapieresistentem Warzenbefall.

Die virale Genese kann durch Histologie (zytopathogene sog. Koilozyten), Immunhistochemie (virusinduzierte Antigene) oder Hybridisierungstechniken (Virus-DNS) nachgewiesen werden.

Verruca vulgaris

Synonym: gewöhnliche Warze

Definition und klinisches Bild

Die Verruca vulgaris ist die häufigste, virusbedingte Warzenform. Bevorzugte Lokalisation sind Finger, Hand- und Fußrücken, Gesicht, Augenlider, sowie Schleimhäute der Genitoanalregion, der Mundhöhle und des Larynx. In der Pathogenese sind die nicht-onkogenen HPV-Typen 2 und 4 beteiligt. Häufig tritt sie bei Kindern im späten Schulalter auf. Charakteristisch sind halbkugelige Knötchen mit papillomatöser, hyperkeratotischer und verruköser Oberfläche. Die Warzen verschwinden oft spontan und hinterlassen keine Narben.

Nachweis/Histologie

Biopsie
Histologische Merkmale sind: kirchturmspitzenartige Papillomatose, kräftige Hyperkeratose, Hyperparakeratose, Akanthose, fokale Hypergranulose mit verplumpten Granula. Charakteristikum aller HPV-induzierten Warzen/Papillome sind Koilozyten in der oberen Hälfte der Epidermis (vakuolisierte Keratinozyten mit kleinen runden, stark basophilen Kernen umgeben von einem haloartigen, hellen Zytoplasmasaum).
Virale Antigene können durch Immunhistochemie, virale DNS-Sequenzen durch in situ Hybridiserung bzw. PCR nachgewiesen werden.

Differentialdiagnose

Papillome (das klinische Bild kann von Verruca vulgaris nicht unterschieden werden) und andere Tumoren, verruköse Leukoplakie, verruköses Karzinom

Therapie und Prognose

Bei solitären Warzen möglichst vollständige Exzision und histologische Klärung. Bei multiplen Warzen vorsichtige Pinselung mit virustatischer Lacklösung (Verrumal), Betupfen mit 5% Milchsäurelösung oder Vitamin A-Säurelösung. Wegen der Möglichkeit einer Spontanheilung ist auch Abwarten gerechtfertigt. Die Läsionen neigen zu Rezidiven. Regelmäßige Kontrolle der Mundschleimhaut ist erforderlich.

Condyloma acuminatum

Synonym: Feigwarze, spitze Kondylome

Definition und klinisches Bild

Die venerischen Warzen Condylomata acuminata kommen vor allem in der Anogenitalregion aber auch selten in der Mundhöhle vor. Betroffen sind meist junge Patienten vor allem mit sexuell übertragbaren Krankheiten oder bei Immunschwäche (AIDS). Am häufigsten werden HPV 3 und 11 nachgewiesen, selten auch die onkogenen HPV 16 und 18. Eine maligne Transformation insbesondere im Anogenitalbereich ist möglich. Initial handelt es sich um multipel auftretende rötlich-glasige Papeln, die zu großen papillomatösen, verrukiformen Beeten und zu blumenkohlartig gestielten Knoten konfluieren. Bevorzugte Lokalisationen in der Mundhöhle sind Zunge und Gaumen.

Nachweis/Histologie

Biopsie
Histopathologische Kriterien sind: Akanthose und Papillomatose, Hyperkeratose, teils Parakeratose ohne Akzentuierung des Stratum granulosum. Mitosen oder Zellatypien können auftreten. Koilozyten auch im unteren Anteil der Epidermis.

Differentialdiagnose

Papillome und andere Tumoren (vor allem M. Bowen = in situ Karzinom

Therapie und Prognose

Exzision, histologische Untersuchung, in situ Hybridisierung;
Rezidivneigung;
Condylomata in der anogenitalen Region, verursacht durch HPV 16 oder 18 Infektion, können sich in seltenen Fällen maligne entarten.

Oropharyngeale Papillome

Definition und klinisches Bild

Gutartige, durch HPV-Viren (HPV-Typen 6, 11) verursachte epitheliale Tumoren mit samtartiger oder blumenkohlartiger Oberfläche. Meist in der Altersgruppe der 30-50-jährigen. Papillome kommen einzeln oder in Mehrzahl (Papillomatose) vor. Prädilektionsstellen in der Mundhöhle sind Gaumen, besonders Uvula, Wange, Lippeninnenseite und Zunge.

Sonderform: floride orale Papillomatose = proliferative verruköse Leukoplakie mit einer sehr starken Tendenz zur malignen Entartung (ca.70%), die daraus resultierende Form des Oralkarzinoms ist das verruköse Karzinom.

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Nachweis/Histologie

- Biopsie
- in situ Hybridisierung auf HPV
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Differentialdiagnose

Warzen und andere epitheliale Neoplasien, sowie nicht-virale papilläre Schleimhautwucherungen wie z. B. durch mechanische Scher- und Druckkräfte entstandene "Reizpapillome" (entzündliche papilläre Hyperplasie)

Therapie und Prognose

Exzision und histologische Untersuchung; Neigung zu Rezidiven; maligne Entartung im oberen Respirationstrakt sehr gering in der Mundhöhle eher eine Ausnahme

Fokale epitheliale Hyperplasie

Synonym: Morbus Heck

Definition und klinisches Bild

Konfluierende, weiche Papeln und pflastersteinartig-polsterförmig imponierende Beete an der Mundschleimhaut, den Unterlippen oder der Gingiva, die meist die Farbe der umgebenden Mukosa besitzen. In der Pathogenese sind die HPV-Typen 13 und 32 involviert. Zuerst bei amerikanischen Indianern und Eskimos beschrieben, tritt aber auch selten bei Europäern, meist bei Kindern, auf. Eine genetische Prädisposition ist möglich (einzelne familiäre Fälle).

Nachweis/Histologie

Die Diagnose beruht im Wesentlichen auf dem klinischen Bild. Histologisch können Koilozyten sowie so genannte mitosoide Zellen (alterierte Keratinozyten, deren Kernformen verwaschenen Mitosefiguren ähneln) auf die virale Genese hindeuten; HPV-Typisierung.
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Differentialdiagnose

  • andere HPV-induzierte Läsionen (Plattenepithelpapillome, Verruca vulgaris, Condyloma acuminatum)
  • Histologisch ist eine Abgrenzung zum weißen Schwammnävus nicht möglich.

Therapie und Prognose

Therapie nicht unbedingt erforderlich, da hohe Regressionsneigung besteht.


Quellen

  • Hornstein OP (Mohr W, Gorz E) (1996)   Erkrankungen des Mundes. Ein interdisziplinäres Handbuch und Atlas   Kohlhammer, Stuttgart - Berlin - Köln
  • Kerl H, Garbe K, Cerroni L, Wolff HH (Hrsg.) (2002)   Histopathologie der Haut   Springer, Berlin
  • Mittermayer C (1993)   Oralpathologie. Erkrankungen der Mundregion 3. Auflage   Schattauer, Stuttgart-New York
  • Reichart PA, Philipsen HP (1999)   Oralpathologie. Farbatlanten der Zahnmedizin 14   Georg Thieme Verlag, Stuttgart, New York