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| IMC Wiki | Entzündung

Entzündung

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Entzündung kann durch physikalische, chemische und biologische Einwirkungen hervorgerufen werden. Sie ist das Resultat der Aktivierung spezifischer und unspezifischer zellulärer und humoraler Effektormechanismen des Immunsystems.
Klinisch ist Entzündung gekennzeichnet durch Rubor (Rötung), Calor (Wärme), Dolor (Schmerzen) und Functio laesa (Funktionsstörung).
Pathologisch-anatomisch lassen sich unterscheiden:

Akute Entzündungen:
  • exsudative (Exsudat: Ödem)
  • seröse (Exsudat: Serom)
  • fibrinöse (Exsudat: Fibrin)
  • eitrige (Exsudat: Eiter)
  • hämorrhagische (Exsudat: Blut)
  • gangräneszierende (Exsudat: Fäulnisprodukte)
Chronische Entzündungen:
  • granulierende (Granulationsgewebe)
  • granulomatöse (Entzündungsgranulome, Sarkoidose-, Tuberkulosegranulome)
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Wenn Entzündungen auch durch unterschiedliche Einwirkungen auf die Gewebe hervorgerufen werden, so führen sie letztlich alle zur Produktion von Makromolekülen, die eine Abwehrreaktion des Organismus auslösen.
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Entzündungszellen

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Entzündungszellen gehören dem unspezifischen (Leukozyten, Monozyten, Makrophagen) oder dem spezifischen Immunsystem an (Lymphozyten). Ihre Produkte sind entweder Bestandteil der immunologischen Abwehr oder der Induktion, Steuerung und Reduktion der Entzündungsvorgänge. Die Entzündungszellen erscheinen am Ort der Entzündung in einer systematischen Reihenfolge, die ihren Aufgaben entspricht. So ist immer der gleichbleibende Ablauf zum Teil neben übergeordneten, vor allem endokrinen Einflüssen, der Verdienst dieser Entzündungszellen. Es werden vier Phasen unterschieden:

Vier Phasen im klinischen Ablauf einer Entzündung

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Jede Entzündung verläuft in vier Abschnitten unterschiedlicher Intensität und Dauer: Die Verletzungsphase (arterielle Vasokonstriktion), die Ödemphase (Hyperämie), die Phase der Epithelkontraktion (Eiweißtranssudation), die Phase der Venolenkontraktion (Lymphproduktion), in deren Endabschnitt die Resorption des Ödems, Phagozytose der Zelltrümmer und schließlich die Vernarbung erfolgt.

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Am Ende der 4. Phase ist das Ödem resorbiert, die Entzündungszellen verschwunden, die Gewebedrücke analog den Kapillardrücken normalisiert. Als Reste verbleiben Fibrin, hyaline Membranen, dann kollagene Fasern, Fibrose, Narben, zellarmes, zum Teil defektes Gewebe mit Regeneraten.

Metastatische Entzündung

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Die von Entzündungszellen produzierten Mediatoren und Botenstoffe entfalten nicht nur lokale Aktivitäten, vielmehr gelangen sie auf dem Blutweg in den gesamten Organismus. So erfolgt eine generelle Information, aber auch vielerorts eine unerwünschte Reaktion.
Entzündungen breiten sich über Entzündungsmediatoren vor allem in den parenchymatösen Organen metastatisch aus und führen dort zu Funktionsstörungen oder Organversagen. Ort der heftigsten Reaktionen sind die Grenzzonen der Austauschzonen verschiedener Epithelien: Kapillaren/Alveolen, Kapillaren/Glomeruli/Tubuli, Kapillaren/Sinusoide/Hepatozyten. Dies kann zum Versagen eines oder mehrerer lebenswichtiger Organe führen: Niere, Lunge, Leber. Diese Patienten verursachen die allergrößten Probleme auf Intensivstationen - und extrem hohe Kosten. Das Endergebnis bedeutet für die Überlebenden meistens eine erhebliche bleibende körperliche, vielfach auch geistige Behinderung.

Die Wundheilung, eine kontrollierte Entzündung

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Die Wundheilung verläuft stets mit einer Entzündungsreaktion: diskret, wenn wenig Gewebe traumatisiert wurde, heftig bei ausgedehnten gewebedestruierenden Wunden in vier Entzündungsphasen.
Der erste, die Sofortreaktion auf das Trauma, ist gekennzeichnet durch Exsudation, Leukozytenmigration und -Diapedese. Durch Chemotaxis erfolgt in der zweiten Phase die Anhäufung von Makrophagen und Mastzellen. Im weiteren Verlauf der Entzündung werden Fibroblasten, welche nun das Entzündungsgebiet besiedeln, durch Makrophagen und Mastzellen aktiviert. Sie beginnen als chemische Fabriken der Heilungsvorgänge mit der Reparatur und dem bindegewebigen Ersatz. Zu diesem Zeitpunkt sind die Entzündungssymptome abgeklungen, die Leukozytose einer diskreten Monozytose gewichen. Die letzte Phase der Entzündung ist das Verschwinden der zellulären Elemente aus der Entzündungsregion, die Anhäufung kollagener Fasern, Narbenbildung, Schrumpfung und im peripheren Blutbild als Spiegelbild des Akutphase-Proteinabbaues eine diskrete Eosinophilie.
Entzündungen können akut, rezidivierend akut oder chronisch verlaufen. Immer ist das Resultat ein Defekt an solchen Geweben, welche nicht regenerieren, sondern bindegewebig ersetzt werden. Entzündungen haben dementsprechend Funktionsstörungen unterschiedlichen Ausmaßes zur Folge.
Infektionen (bakteriell, viral, durch Pilze oder Protozoen) sind die Hauptursache von Entzündungen, indessen keine Conditio sine qua non. Es gibt zahlreiche Entzündungen, welche ohne jede Infektion ablaufen, z. B. die Refluxösophagitis, wo die Entzündung durch Magensäure ausgelöst wird.