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Ernährung, Verdauung, Erkrankungen und Verletzungen

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Diagnose: Entzündungen von Mund, Schlund und Speiseröhre

Def. Virale, bakterielle oder chemische Läsionen
Path. Entzündung der Mundschleimhaut, des Rachens oder der Speiseröhre mit Schmerzen, Schluckbeschwerden, Enge im Entzündungsgebiet
Ls. Lokalisierte Schmerzen im Mund und Rachen besonders beim Kauen und Schlucken.
Bei Befall der Speiseröhre: Dysphagie, Passagebehinderung mit Schmerzen hinter dem Brustbein, Sodbrennen
Dig. Inspektion und Endoskopie, Biopsie (Gewebeprobe) und bakterielle Untersuchung, Röntgen der Speiseröhre mit der Frage Reflux? (s. u.)
Ther. Anfangs mit Hausmitteln, Kamille, leichte Schmerzmittel, Kühlung (Speiseeis), anhaltende Entzündungen mit Antibiotika
Kom. Wie Halsentzündung (s. u.) meistens harmlos und spontan abheilend, Refluxösophagitis (s. u.)
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Diagnose: Refluxkrankheit der Speiseröhre

Def. Chronische Entzündung durch andauerndes Eindringen von saurem Magensaft in die Speiseröhre. Meistens Übergewicht, Alkoholismus, Rauchen und Hiatushemie als Auslöser
Path. Chronische Entzündung mit Schwellung und Bindegewebsneubildung. Verschlußunfähigkeit der Kardia. Langfristig Stenose (Enge) der Speiseröhre durch Narben.
Ls. Sodbrennen, Schmerzen hinter dem Brustbein, später Dysphagie (gestörter Schluckakt)
Dig. Röntgen, Ösophagoskopie mit Gewebeproben, Funktionsdiagnostik des Mageneingangschließmuskels (Kardia)
Ther. Gewichtsabnahme, Schlafen im Sitzen, säurehemmende Medikamente.
Operativ: Rekonstruktion des Verschlußmechanismus der Kardia, Beseitigung der Gleithernie
Kom. Dies ist eine Zivilisationskrankheit mit erblicher Komponente. Normalisierung der Nahrungsaufnahme und des Gewichtes helfen fast immer.

Diagnose: Magenschleimhautentzündung (Gastritis) - Magengeschwür (Gastroduodenalulkus)

Def. Entzündung der Magenschleimhaut ohne oder mit Substanzdefekt (Ulkus)
Path. Meistens chronische Schleimhautentzündung durch Autoagression, chemische - toxische Einflüsse oder Infektion, vor allem mit Helicobacter (Bakterien).
Das Ulkus (Geschwür) ist ein Substanzdefekt bei Gastritis oder Mißverhältnis von Säure und Abwehr.
Ls. Entweder keine, geringe oder stärkere Beschwerden bei Gastritis: Speiseempfindlichkeit, Druckgefühl, Inappetenz. Beim Geschwür (meistens im Zwölffingerdarm) stärkere Schmerzen rechts neben dem Nabel, häufig nach dem Essen.
Bei Komplikationen: Blutverlust (Erbrechen, Stuhl), Durchbruch (massive Leibschmerzen, akuter Bauch), Narbenbildung (Passagebehinderung, Erbrechen, Abmagerung)
Dig. Endoskopie (Gastro - Duodenoskopie) mit Gewebeproben und bakteriologische Untersuchung
Ther. Herabsetzung der Säureproduktion, Beseitigung der Helicobacterinfektion. Wirksame Substanzen sind H2-Rezeptorantagonisten und Protonenpumpenhemmer
Kom. Gastritis und Geschwür haben vielfältige Ursachen.
Auch Stressfaktoren spielen eine große Rolle. Durch Medikamente heilt alles ab und kann alles verhütet werden.
Chirurgische Eingriffe nur bei Komplikationen.

Durchfall (Diarrhö) und Verstopfung (Obstipation)

Def. Missverhältnis von Sekretion und Wiederaufnahme der 8-10 l Flüssigkeit, die täglich den Darm passieren und bis auf 100 ml, die mit dem Stuhl ausgeschieden werden, resorbiert werden.
Path. Abnorme Sekretion, abnorme Resorption oder abnorme Motilität (Transport) führen zu abnormer Ausscheidung: zu viel = Diarrhö, zu wenig = Obstipation.
Hauptursachen: Infektion, Störung des vegetativen Nervensystems, akute und chronische Entzündung, abnorme Ernährungsgewohnheiten, abnorme Trinkmengen, zu viel oder (vor allem alte Menschen) zu wenig. Abnormer Verbrauch von Abführmitteln.
Ls. Durchfall oder Verstopfung
Dig. Röntgenmittelkontrast - Passageuntersuchung, bakteriologische Untersuchung, Stuhluntersuchung, Endoskopie, Überprüfung der Lebensgewohnheiten und der Einnahme von Arzneimitteln
Ther. Normale Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme - keine Abführmittel mehr, faserreiche pflanzliche Kost, Drogenentwöhnung, Testung von Allergien
Kom. Überwiegend sind Obstipationen hausgemacht. Diarrhöen sind häufiger bei Entzündungen und Nahrungsmittelallergien.

Diagnose: Blinddarmentzündung - Appendizitis

Def. Isolierte Entzündung des Wurmfortsatzes vor allem durch Keime der Darmflora (z. B. Colibakterien) infolge von Entleerungsstörungen, z. B. durch Kotsteine.
Path. Die Entzündung beginnt in der Darmschleimhaut, wandert in die Tiefe, führt zu Nekrosen und am Ende zu einem Darmdurchbruch. Dann entwickelt sich eine Bauchfellentzündung.
Ls. Schmerzen um den Nabel, die sich innerhalb von Stunden in den rechten Unterbauch verlagern. Druckschmerz, Schmerz beim Loslassen nach Eindrücken der Bauchwand.
Entzündungszeichen: Übelkeit, Erbrechen, Blutbild (Leukozytose)
Dig. Apparative Untersuchungen sind anfangs unergiebig; im Spätstadium Entzündungsmasse im Ultraschall
Ther. Immer die Appendektomie ohne Abzuwarten
Kom. Im Anfangsstadium ist alles harmlos, im Spätstadium gefährlich, daher rascher Entschluß zur Operation. - Langfristig können Verwachsungen Komplikationen machen.

Daignose: Divertikulitis - Divertikelkrankheit

Def. Divertikel, Ausstülpungen der Darmwand gibt es in allen Darmabschnitten, angeboren oder erworben. Sie bleiben häufig stumm. Die Infektion wird als Divertikulitis bezeichnet und macht krank.
Path. Häufigste Lokalisation erworbener Divertikel ist der S-Darm (linker Dickdarmabschnitt).
Hauptursache: Erhöhter Innendruck des Darmes bei kleinem Stuhlvolumen und degenerativer Altersveränderung. 80 % der über 80-jährigen haben Dickdarmdivertikel, 20 % entwickeln eine bakterielle Infektion mit Entzündung, Schwellung, Enge, Durchbrüche, Abszedierungen.
Ls. Schmerzen, Entleerungsprobleme des Darmes, Fieberattacken, tastbare Geschwulst linker Unterbauch
Dig. Rektoskopie, Kolonkontrasteinlauf, Sonographie, Biopsie
Ther. Im Anfangsstadium bei akutem Stadium, flüssige Kost und Antibiotika, danach faserreiche Kost (50 % Heilung).
Spätstadien: Operative Entfernung des S-Darmes (fast ausnahmslos definitive Heilung).
Kom. Die Divertikulitis ist eine Zivilisationskrankheit der westlichen Welt.

Diagnose: Erkrankungen am After (anorektale Erkrankungen)

Def. Entzündungen, Infektionen, Durchblutungsstörungen, Schließmuskelfunktionsstörungen, Erschlaffung der Beckenbodenmuskulatur
Path. Am häufigsten Erweiterung der Venen: Hämorrhoiden.
Entzündliche, narbige, tumoröse Gewebeveränderungen. Degeneration der Muskulatur, Herausfallen des Enddarms (Prolaps), Fisteln, Stenosen (Engstellen)
Ls. Schmerzen, Nässen, Jucken, Blutung, teilweise Inkontinenz, Diarrhoe, Verstopfung
Dig. Proktologische Untersuchung von einem Experten!
Gewebeproben, Funktionsproben, bakteriologische Untersuchung. Am wichtigsten sind Untersuchung mit dem Finger und Endoskopie
Ther. Je nach anatomischem Befund lokale Medikamentenbehandlung oder lokale kleine Korrekturoperationen.
Wichtig: Die Normalisierung der Ess- und Trinkgewohnheiten. Ausschluss maligner Tumoren.
Kom. Die vielfältigen proktologischen Erkrankungen sind überwiegend Zivilisationskrankheiten, vor allem bedingt durch faser- (Pflanzen) arme Kost, Übergewicht, fehlende körperliche Aktivität.