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Gelbe Läsionen

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Einleitung

Gelbe Verfärbungen der Mundschleimhaut können durch lokale Einlagerung von Lipiden verursacht werden. Am häufigsten finden sich harmlose, heterotope Talgdrüsenkomplexe in der Wangenschleimhaut. Häufig bilden sich bei Diabetes mellitus und Hyperlipoproteinämien gelbe Knötchen an der Haut, bzw. Mundschleimhaut (Xanthelasmen) mit intrazellulärer Lipidablagerung in Speicherzellen. Gutartige Tumoren des Fettgewebes (Lipome) imponieren als gelbliche, submuköse Vorwölbungen vor allem an der Wange.

Heterotope Talgdrüsen

Synonym: Fordyce-Flecke

Definition und klinisches Bild

Heterotope Talgdrüsen stellen rundliche, einzelne oder gruppenweise angeordnete dottergelbe Knötchen (bis 3 mm Durchmesser) meist symmetrisch an der Wangenschleimhaut dar. Bei Kindern werden sie nicht beobachtet, sondern treten erst nach der Pubertät auf. Im fortschreitenden Alter treten sie stärker in Erscheinung, häufiger bei Frauen, die orale Kontrazeptiva einnehmen.
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Nachweis/Histologie

charakteristisches klinisches Bild; histologisch sieht die Mundschleimhaut teils der Haut ähnlich, mit regelrechten Talgdrüsen in der Submukosa

Differentialdiagnose

andere weiße (gelbliche) Läsionen

Therapie und Prognose

Die Flecken sind harmlos, eine Behandlung ist nicht nötig.

Xanthelasmen

Synonym: gelbe Platte

Definition und klinisches Bild

  • hellgelbe Platten im Bereich der Augenlider und selten in der Mundhöhle
  • Prädilektionsstellen sind Gaumen, Gingiva, Wange, Zunge
  • streifige, landkartenartige, leuchtend gelbe, leicht erhabene Veränderungen
  • in jungem Alter praktisch immer Folge einer Hyperlypoproteinämie vom Typ II, im höheren Alter häufig unabhängig von einem Fettstoffwechselstörung (harmlos), bei Diabetikern häufiger

Nachweis/Histologie

paraklinsche Befunde (Fettstoffwechsel)

histologisch intrazelluläre Lipidspeicherung in Schaumzellen (Makrophagen) mit wabigem Zytoplasma und fein verteilten Lipiden

Differentialdiagnose

juveniles Xanthogranulom, Histiozytosis X, Amyloidose, Gicht

Therapie und Prognose

Die Behandlung der Stoffwechselstörung angehen.
Für die oralen Läsionen ist keine Therapie nötig.

Lipom

Definition und klinisches Bild

Lipome sind langsam wachsende, schmerzlose, gutartige Tumoren des Fettgewebes. Intraoral selten, treten sie meist in der 4. und 5. Lebensdekade auf. Prädilektionsstellen sind die Wangen- und Mundbodenschleimhaut. Makroskopisch zeigen sie sich als gut umschriebene, runde- bis ovale, gelbliche Vorwölbung an der Schleimhaut, meist breitbasig oder gestielt. Die bedeckende Schleihaut bleibt intakt, gelblich durchschimmernd.
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Nachweis/Histologie

Das Lipom besteht aus knotenförmig proliferiertem, reifem, univakuolärem Fettgewebe mit interstitiellen Bindegewebe, Kapillaren und mehr oder weniger ausgebildeter Kapsel. Ist der Anteil des Bindegewebes erhöht, spricht man von einem Fibrolipom, bei Beimischung von Gefäßen von einem Angiolipom.

Differentialdiagnose

am Mundboden: Mukozele

Therapie und Prognose

Exzision; benigne, keine Rezidive


Quellen

  • Andrä A (1990)   Leitsymptome in der Kiefer-Gesichts-Chirurgie   2. Aufl. Johann Ambrosius Barth Leipzig-Heidelberg 1990. p. 306
  • Mittermayer C (1993)   Oralpathologie. Erkrankungen der Mundregion 3. Auflage   Schattauer, Stuttgart-New York
  • Reichart PA, Philipsen HP (1999)   Oralpathologie. Farbatlanten der Zahnmedizin 14   Georg Thieme Verlag, Stuttgart, New York