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| IMC Wiki | Extrahepatische Gallenwege, Erkrankungen und Verletzungen

Extrahepatische Gallenwege, Erkrankungen und Verletzungen

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Der Wetterwinkel für Erkrankungen und Verletzungen der extrahepatischen Gallenwege ist das cholezystohepatische Dreieck, dort, wo Gallenblase, deren Ausführungsgang (D. cysticus), Hauptgallengang (D. hepaticus, D. choledochus) in unmittelbarer Nähe mit den Blutgefäßen (A. hepatica, V. portae) und Lymphbahnen verlaufen. Hier führen Gallensteine, Entzündungen und Tumoren zu komplexen Funktionsstörungen. Trotz der Vielfalt der Ursachen sind die Symptome einheitlich und die Diagnostik standardisiert.

Symptomatik und Diagnostik bei Erkrankungen und Verletzungen der Gallenwege
Symptomatik Diagnostik
Schmerzen, Koliken,
Entzündungszeichen, große Gallenblase,
schmerzhafter oder schmerzloser
Ikterus, Pankreatitisschübe
Bauchübersicht - Röntgenaufnahme,
Sonographie, Labor: Bilirubin,
alkalische Phosphatase, Leberfunktionstest,
Gamma-GT, Pankreasenzyme,
ERCP, Biopsie, CT

In Einzelfällen sind über die hier genannten diagnostischen Maßnahmen noch bakteriologische und immunologische Tests erforderlich. Zunehmend wird auch, insbesondere zur Frage der Operabilität, die diagnostische Endoskopie (Laparoskopie) eingesetzt.
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Zelluläre Läsionen

Tumoren der Gallenwege

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Gallenblase benigne: Adenom der Gallenblase
Karzinoid der Gallenblase
tumorähnlich (z.B.adenomyomatöse Hyperplasie)
  maligne: Adenokarzinom
Karzinosarkom
extrahepatische
Gallenwege
benigne: Karzinoid, Neurilemmom,
Leiomyom, Granulosazelltumor
Adenome
  maligne: Adenokarzinom,
Leiomyosarkom,
Rhabdomyosarkom

#pic# Benigne Tumoren sind vorwiegend Adenome oder mesenchymale Tumoren, andere benigne Geschwulste sind Raritäten.

Klinik:

Symptome:
ähnlich wie bei Gallensteinleiden (s. u.)

Diagnose:
meistens ein Zufallsbefund, vielfach als Gallensteinleiden gedeutet, Sonographie, CT, retrograde Cholangiographie, intraoperative Cholangioskopie

Therapie:
Ziel ist die Exzision im Gesunden, um Rezidive oder die Karzinomentstehung zu vermeiden.

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Ein warnendes Beispiel: vor der Operation wurde der Tumor als gutartig eingestuft, nach der Entfernung aber als bösartig erkannt. Deshalb sind Tumoren der Gallenblase immer durch Cholezystektomie zu behandeln.

Maligne Tumoren der extrahepatischen Gallenwege

Klinik der Gallenblasen- und –gangskarzinome:

Klinik, Symptomatik Diagnostik Therapie
A. Gallengangskarzinome
schmerzloser Ikterus, Juckreiz, Fieber,
allgemeine Krankheitssymptome, Gewichtsverlust,
Fettstühle, dunkler Harn, Leistungsabfall

Laboratoriumsanalyse: Colestase,
Sonographie (Gangerweiterung), ERCP,
transhepatische Cholangiographie, PE, Histologie,
Zytologie, CT, Angiographie (Metastasen)

Gallengang-Teilresektion einschl.
Pankreaskopfresektion (unteres Drittel),
Leberteilresektion (oberes Drittel)
Kontraindikation zu ausgedehnten Operationen jenseits T2
palliativ: Biliodigestive Anastomosen, Endo-Dauerdrainagen
(endoskopisch), Strahlentherapie sinnvoll,
zytostatische Therapie: unwirksam
B. Gallenblase
jahrelange Cholezystopathie,
langsame Entstehung,
allgemeine Krankheitssymptome (wie oben),
sehr spät Zeichen der Cholestase

Sonographie, CT,
retrograde Cholangio-Cholezystographie,
meistens Spätdiagnose
Cholezystektomie (T1,T2) mit
Teilres. d. Leber (> T1 u. T2) sowie der Lymphknoten
Palliativ: Bestrahlung, Zytostatika
Biliodigestive Anastomosen, Endodrainagen

Der häufigste maligne Tumor der Gallenwege, das Adenokarzinom, entwickelt sich aus den Epithelien der Gallengänge. Es ist ein Alterskarzinom. Männer sind dreimal häufiger betroffen - 40 % der Patienten haben Gallensteine.
Papillenkarzinome gehen zu rund 10 % von den Epithelien des D. choledochus aus.
Adenokarzinome der Gallenblase gehen vom Epithel der Gallenblase aus. Frauen sind dreimal häufiger betroffen. Chronische Entzündungen und Gallenblasensteine begünstigen die Karzinomentwicklung.
Die Klassifikation geschieht nach den TNM-Regeln.

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Wegen des frühzeitigen Tumorwachstums in die Verzweigungen der Gallenwege und der späten Erkennung von Gallenblasenkarzinomen sind die bösartigen Geschwülste nur in Ausnahmefällen chirurgisch heilbar. Radio-Chemotherapien sind bisher noch weitgehend erfolglos.

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Wegen der geringen Heilungsaussichten der konservativen und operativen Tumortherapie an den extrahepatischen Gallenwegen gibt es zahlreiche Vorschläge zur symptomatischen Behandlung:
Schaffung eines Abflusses der Galle, wodurch der Ikterus, der mit quälendem Juckreiz verbunden ist, beseitigt wird. Durchgesetzt haben sich die Methoden der Schienung mit Metallröhrchen (Stents) oder auswechselbaren steifen Kunststoffrohren, die beide endoskopisch eingeführt, gewechselt und entfernt werden können. So erreicht man Überlebenszeiten von bis zu zwei Jahren bei relativ hoher Lebensqualität. Im Bild oben ist das Drain als glatt begrenzte Aufhellung (rechts) und die Mündung in der Papille (unten) zu erkennen.