Abb. 1
Only for registered users
Abb. 2
Only for registered users
Abb. 3
Only for registered users
Abb. 4
Only for registered users
Abb. 5
Only for registered users
Abb. 6
Only for registered users
Abb. 7
Only for registered users
Abb. 8
Only for registered users
Abb. 9
Only for registered users
Abb. 10
Only for registered users
Abb. 11
Only for registered users

| IMC Wiki | Weichteilzysten

Weichteilzysten

  • Start
  • Suche
  • von A bis Z
  • Kategorien

<< zurück



Einleitung

Die Lippen-, Mundboden-, Hals- und Speicheldrüsenregionen sind Prädilektionsstellen typischer Weichteilzysten.
Weichteilzysten stellen von Epithel ausgekleidete und von Flüssigkeit (meist Drüsensekrete), Gewebsresten oder Zellprodukten ausgefüllte abnorme Hohlräume dar, die prä- oder auch postnatal entstehen können.

Bei den Weichteilzysten stehen im Gegensatz zu den Kieferzysten die klinischen Symptome im Vordergrund.
  • langsam wachsende, meistens gut abgegrenzte, schmerzlose Schwellungen von weicher bis prall elastischer Konsistenz
  • gelegentlich Fluktuation
  • Nicht selten sind Weichteilzysten mit Fisteln kombiniert, oder es treten Fisteln an typischen Stellen isoliert auf.
  • Nur bei sekundärer Infektion der Zyste bzw. Fistel melden sich Schmerzen und weitere entzündliche Reaktionen.
Für die Diagnostik von Weichteilzysten sind Punktion, Kontrastdarstellung, klassische Röntgendiagnostik sowie neuere bildgebende Untersuchungsverfahren (Sonographie, CT, Kernspintomographie) hilfreich. Bei Zysten der großen Speicheldrüsen hat die Sialographie diagnostische Bedeutung.
ANZEIGE:
Logo IMC Uni Essen Duisburg
in Kooperation mit
Logo MVZ Kopfzentrum
Zahnimplantate,
Parodontosebehandlungen,
Aesthetische Zahnbehandlungen
zu sehr guten Konditionen
In der Praxis für Zahnmedizin im EKN Duisburg
Weitere Informationen unter www.mvz-kopfzentrum.de

Zysten der Speicheldrüsen

Ätiologie

Zysten der Speicheldrüsen entstehen infolge einer Abflussbehinderung ("Retentionszyste") oder als Extravasationszyste.
Retentionszyste
Wenn es durch einen Speichelstau zu einer Aussackung eines Ausführungsganges einer Speicheldrüse kommt, spricht man von einer Speichelretentionszyste oder Retentionsmukozele. Es handelt sich hierbei um echte Zysten mit epithelialer Auskleidung.
Extravasationszyste
Extravasationsmukozelen sind schleimhaltige Hohlräume, die durch entzündliche oder traumatische Gangobstruktionen (z. B. Bissverletzungen) entstanden sind.
Die Gangobstruktion führt zum Sekretaustritt in das Drüseninterstitium und damit zur Zystenbildung.

Klinik

Die Zysten schimmern bläulich durch die deckende Schleimhaut und führen zu halbkugeliger Vorwölbung. Mechanisch bedingt können sie platzen, wobei sich eine farblose, schleimige Flüssigkeit entleert.

#pic# #pic#

Differentialdiagnose

Speicheldrüsentumoren

Therapie

Als Therapie ist die Umschneidung und Exzision angezeigt. Die Wundränder werden im Bereich der beweglichen Weichteile vernäht. Am harten Gaumen lässt man die Wunde über die freie Granulation heilen.
Verbliebene Zystenreste führen zum Rezidiv.

Ranula

Die Ranula, eine Extravasationszyste der Glandula sublingualis, ist in der Schleimhaut des anterioren Mundbodens lateral des Zungenbändchens lokalisiert.

Ätiologie

In der Pathogenese spielen angeborene Atresie und/oder durch rezidivierende Entzündungen entstandene Obliteration des Ausführungsganges eine Rolle.

Klinik

  • fast immer paramediane Lage
  • oder oberhalb des Musculus mylohyoideus im Bereich der Plica sublingualis
  • Bei größerer Ausdehnung kann sie Schluckbeschwerden, Sprechstörungen und Einschränkungen der Zungenbeweglichkeit hervorrufen.
  • Hin und wieder entleert sich die Zyste spontan, füllt sich jedoch wieder auf (rezidivierende Schwellung).
#pic# #pic#

Differentialdiagnose

  • sublingualer Abszess
  • Verschluss des Wharton-Ganges durch Speichelstein
  • Dermoidzyste
  • Lymphangiom
  • Tumoren der Glandula sublingualis
  • Lymphangioma colli cysticum congenitum bei Neugeborenen
  • Mundbodenhämangiom

Therapie

  • Totale Exstirpation
    CAVE! Bei der Exstirpation ist auf die Schonung des Ausführungsganges der Glandula submandibularis und des Nervus lingualis zu achten, weshalb dieser Eingriff nur von einem erfahrenen Chirurgen durchgeführt werden sollte!
  • Größere Zysten können auch nach dem Prinzip der Marsupialisation operiert werden. Dabei wird der oral gelegene Zystenbalg zusammen mit der deckenden Schleimhaut exzidiert. Der Wundrand der Mundschleimhaut wird mit dem belassenen Rest des Zystenbalges vernäht.

Retentionszysten der Kieferhöhlenschleimhaut

Mukozelen und Okklusionszysten

Ätiologie

Mukozelen (Schleimretentionszysten) der Kieferhöhlenschleimhaut entstehen auf der Basis chronisch rezidivierender Entzündungen, oft durch eine apikale Ostitis an einem oberen Seitenzahn.
Okklusionszysten werden Mukozelen genannt, die in voroperierten oder traumatisch geschädigten Kieferhöhlen entstanden sind. Bei ihrer Entstehung führen postoperative bzw. posttraumatische Entzündungsvorgänge zur Proliferation und Zystenbildung des in der vernarbten Kieferhöhlenschleimhaut eingeschlossenen Epithels.

Klinische und radiologische Symptome

Die Zysten sind in der Regel Zufallsbefunde, sie sind nur bei Beschwerden behandlungsbedürftig (Druckgefühl, Kopfschmerzen, neuralgiforme Beschwerden)
  • Sie sind gut begrenzt, wölben sich halbkugelförmig in die Kieferhöhle vor, ohne sie ganz auszufüllen oder Knochen zu deformieren.
  • Der Inhalt ist eine klare, gelbliche, dünne Flüssigkeit, die sich manchmal spontan durch die Nase entleert.
  • Hauptlokalisationen: am Boden und an der lateralen Wand der Kieferhöhle.
  • Radiologisch: gut begrenzte, kuppelförmige, am Kieferhöhlenboden "gestielte" Verschattung mit zumeist nur schwachem Röntgenkontrast und fehlender knöcherner Begrenzung.

Differentialdiagnose

odontogene Zysten

Therapie und Prognose

Mukozele
  • Exstirpation der Zyste mit entsprechender Behandlung der schuldigen Zähne (Wurzelspitzenresektion, Extraktion)
Okklusionszyste
  • nur bei Beschwerden behandlungsbedürftig (Druckgefühl, Kopfschmerzen, neuralgiforme Beschwerden)
  • Jeder erneute Eingriff bedeutet erneute Narbenbildung mit evtl. eingeschlossenem Epithel.

Epidermoid- und Dermoidzysten

Epidermoidzysten sind von verhornendem Plattenepithel ausgekleidet und enthalten eingedickten Hornbrei.
Dermoidzysten enthalten verhornendes Plattenepithel und Hautanhangsgebilde (Haarfollikel und Talgdrüsen) und als Inhalt fettigen Hornbrei mit Haaren.

Ätiologie

Beide Zysten entstehen aus Epitheleinschlüssen im Bereich embryonaler Gesichtsfurchen und -spalten. Sie können schon bei der Geburt vorhanden sein oder sich später entwickeln (z. B. selten auch durch traumatische Verlagerung des Epithels in die Tiefe).

Klinik

Hauptlokalisationen sind:
  • Mittellinie des Mundbodens
    Die sublinguale Dermoidzyste ist als rundliche schmerzlose Schwellung des Mundbodens erkennbar. Bei dünner Schleimhaut schimmert ein gelblicher Farbton durch.
    #pic# #pic#
  • Mittellinie des Submentalbereiches
    Die submentale Dermoidzyste täuscht ein Doppelkinn vor. Die rundliche Zyste ist gegen die Halshaut und gegen die Umgebung verschieblich.
    #pic# #pic#

Differentialdiagnose

Tumoren und Zysten anderen Ursprungs
Zysten, die außerdem noch mesenchymale Gewebe aufweisen (Knochen, Zähne), werden als Teratome bezeichnet.

Therapie

Vollständige Exstirpation der Zyste (bei sublingualer Lokalisation von intraoral, bei submentaler Lokalisation von einem submentalen Hautschnitt aus).

Lymphoepitheliale Zyste

Kleine, meist am Zungengrund befindliche Plattenepithelzysten, die aus eingeschlossenen Epithelresten im lymphatischen Gewebe entstehen.
  • Durchmesser < 1 cm
  • leicht erhabene, gelbliche, pralle Schwellung
  • Sie kommen praktisch in jedem Lebensalter vor, Männer sind bevorzugt befallen.
  • harmlos; häufig Zufallsbefund
  • intraorales Pendant zur lateralen Halszyste

Mediane Halszysten (-fisteln)

Ätiologie

Aus persistierenden Resten des Ductus thyreoglossus entstanden.

Klinik

  • in der Medianlinie des Halses lokalisiert vom Foramen caecum linguae bis in die kaudale Halsregion
  • rundlich-pralle Schwellung oder Fistel,
  • meistens dicht unterhalb des Zungenbeins gelegen und an diesem fixiert
  • beim Schlucken oder beim Herausstrecken der Zunge gleitet die Zyste nach oben
#pic# #pic#

Differentialdiagnose

vergrößerte Lymphknoten
Lymphknotenabszesse
suprahyoidale Dermoid- und Epidermoid-Zysten
laterale Halszysten/-fisteln
Tumoren des Ductus thyreoglossus

Therapie

Vollständige Exstirpation der Zyste oder Fistel, da maligne Entartungen beschrieben sind.
Zur Vermeidung eines Rezidivs kann eine Teilresektion des Zungenbeinkörpers erforderlich sein.

Laterale Halszysten (-fisteln)

Ätiologie

In ihrer Pathogenese werden Entwicklungsstörungen der Kiemengänge sowie eine zystische Umwandlung während der Embryogenese in Lymphknoten eingeschlossenen Epithels (Speicheldrüsenepithel) diskutiert.

Klinik

  • umschriebene, verschiebbare Schwellung oder Fistelung an der lateralen Halsseite
  • Hauptlokalisation unterhalb des Kieferwinkels am Vorderrand des Musculus sternocleidomastoideus
  • langsames Wachstum
#pic#

Differentialdiagnose

  • Lymphknotenerkrankungen
  • spezifische Entzündungen
  • Tumoren und Erkrankungen der Glandula submandibularis
  • Halslymphknotenmetastasen
  • Karzinome

Therapie

  • vollständige Exstirpation
  • praktisch keine Rezidive
  • maligne Transformation ist sehr selten


Quellen

  • Bánkfalvi A, Piffkó J, Joos U (2006), Klinische Oralpathologie, Verlag MIB Gmbh, Münster