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| IMC Wiki | Endodontischen Arbeitslänge, Bestimmung

Endodontischen Arbeitslänge, Bestimmung

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Grundsätzliche Überlegungen

Vor der Bestimmung der endodontischen Arbeitslänge sollten folgende grundsätzliche Überlegungen bedacht werden:
  • Im Falle einer infizierten Nekrose ist das Wurzelkanalsystem bis nahe an das apikale Foramen bakteriell kontaminiert.
  • Alle Wurzelkanalfüllpasten sind mehr oder weniger toxisch. Daher sollte ihre Anwendung auf das Wurzelkanallumen begrenzt bleiben und zudem die Kontaktfläche zum vitalen Gewebe möglichst klein sein.
  • Die apikalen 3 mm des Wurzelkanals gelten als kritische Zone bei der Behandlung infizierter Wurzelkanäle.
  • Die Prognose einer Wurzelkanalbehandlung verschlechtert sich bei Überfüllung und deutlicher Unterfüllung.
Grundsätzlich sollte die Längenbestimmung am nicht exstirpierten und nicht aufbereiteten Wurzelkanal erfolgen.

Die Bestimmung der endodontischen Arbeitslänge kann endometrisch oder röntgenologisch erfolgen.

Arbeitslänge bei Vitalexstirpation

Die höchsten Erfolgsquoten sind zu erwarten, wenn die Behandlungsmaßnahmen 2-3 mm vor dem röntgenologischen Apex enden. Der apikale Pulpastumpf ist nicht infiziert und verhindert die Extrusion gewebeirritierender Füllungsmaterialien oder Spülflüssigkeiten in das periradikuläre Gewebe.
Insofern sollte bei der Vitalexstirpation eine Arbeitslänge im Bereich von 1-2 mm vor dem anatomischen Apex gewählt werden.

Arbeitslänge bei der infizierten Nekrose

Die höchsten Erfolgsquoten werden erreicht, wenn die Behandlungsmaßnahmen am röntgenologischen Apex oder max. 2 mm koronalwärts enden. Endet die Wurzelkanalbehandlung mehr als 2 mm vor dem röntgenologischen Apex oder reicht sie über diesen hinaus, vermindert sich die Prognose der endodontischen Behandlung um etwa 20 %. Bakterien, deren Stoffwechselprodukte sowie infiziertes Dentin können nämlich im apikalen Kanalabschnitt verbleiben und so die Heilung des periradikulären Gewebes gefährden.

Endometrische Ermittlung

Das Prinzip der Endometrie besteht darin, dass bei den modernen Geräten eine Impedanzdifferenz bzw. ein Impedanzquotient (Relativmessung der Impedanzen bei zwei oder mehr Messfrequenzen) ermittelt wird.
Beachtet werden muss, dass Messungen nur in feuchten Wurzelkanälen erfolgen dürfen und Kurzschluss-Ströme (Metallkronen) ausgeschlossen werden müssen.
Ferner sollten Messartefakte beachtet werden (z. B. weitlumige Seitenkanäle), daher sind unter klinischen Aspekten mehrfache Wiederholungen aller Messungen hilfreich.
Aus forensischen Gründen sollte die endometrisch bestimmte Arbeitslänge röntgenologisch abgesichert werden.
Insgesamt ist die Endometrie der röntgenologischen Längenbestimmung hinsichtlich der Lokalisation der apikalen Konstriktion überlegen.
Die Kombination von Endometrie und Röntgenmessaufnahme liefert derzeit die genaueste Bestimmung der Arbeitslänge.

Röntgenologische Ermittlung

Die röntgenologische Ermittlung der Arbeitslänge (Röntgenmessaufnahme) stellt lediglich eine arbiträre Bestimmung der apikalen Konstriktion dar.
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Die apikale Konstriktion ist röntgenologisch nämlich nicht bestimmbar.
Aus histologischen Studien ist bekannt, dass in mehr als 60 % der Fälle die Distanz zwischen apikaler Konstriktion und röntgenologischem Apex 0-3 mm beträgt.
Dennoch ermöglicht die Röntgenmessaufnahme eine korrekte Längenbestimmung in 75-89 % der Fälle.
Ist die Instrumentenspitze auf dem Röntgenbild mehr als 2 mm vom röntgenologischen Apex entfernt, sollte die Röntgenmessaufnahme wiederholt werden.

Im Vergleich zur Endometrie weist die Röntgenmessaufnahme folgende Vorteile auf: Forensik und Dokumentation; zusätzlich liefert eine Röntgenmessaufnahme zusätzliche Informationen über anatomische Gegebenheiten.
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Apikaler Endpunkt der Wurzelkanalbehandlung

Seit einigen Jahren ist eine offene Kontroverse zwischen europäischen und amerikanischen Lehrmeinungen bezüglich des Endpunktes der Wurzelkanalbehandlung zu beobachten.
Der europäischen Lehrmeinung zur Folge sollte die Wurzelkanalbehandlung etwa 1-2 mm vor dem anatomischen Apex enden, während in Amerika propagiert wird, die endodontische Behandlung bis genau an den anatomischen Apex durchzuführen, was häufig zur Extrusion von Füllmaterialien in das periapikale Gewebe, den so genannten Puffs, führt.
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Zwei Meta-Analysen zu dieser Fragestellung liegen vor, die beide zu dem Ergebnis kamen, dass Wurzelkanalfüllungen, die im Bereich von 0-2 mm vor Apex enden, eine wesentlich höhere Erfolgsprognose aufweisen als jene mit einer Überfüllung des Wurzelkanalfüllmaterials.
Für die endodontische Praxis kann daher gefolgert werden, dass Wurzelkanalfüllungen grundsätzlich im Bereich von 0-1 mm respektive 0-2 mm vor dem anatomischen Apex enden sollten.
Überfüllungen sind mit einer erheblichen Abnahme der Erfolgsquote verbunden und sollten daher vermieden werden.


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