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| IMC Wiki | Extrusion (periphere Luxation)

Extrusion (periphere Luxation)

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Verletzungsform und Klinik

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Verletzungsform
  • axiale Verlagerung des Zahnes aus der Alveole heraus
  • unvollständige Durchtrennung der desmodontalen Fasern
  • Durchtrennung der neurovaskulären Versorgung
  • Kompression des Parodontiums
Klinik
  • extreme Lockerung des Zahnes
  • Zahn ragt über die Okklusionsebene hinaus (Elongation)
  • Okklusionsstörung
  • starke Blutung aus dem Desmodont
  • Sensibilität negativ
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Röntgenologisches Merkmal

deutlich verbreiteter Parodontalspalt apikal des extrudierten Zahnes

Therapie

  • Lokalanästhesie
  • atraumatische Reposition
    unter langsamen konstant nach apikal gerichtetem Druck
  • Schienung für 2-3 Wochen
  • Röntgenkontrolle
  • Verlaufskontrolle

Kontrollintervalle und Parameter

Kontrollintervalle

nach
  • 1 Woche
  • 3 Wochen
  • 6 Wochen
  • 3 Monaten
  • 6 Monaten
  • und jährlich
Parameter

klinisch
  • Sensibilität
  • Perkussionsempfindlichkeit
  • Farbveränderungen
  • spontane Schmerzen
  • Druckempfindlichkeit im Vestibulum
röntgenologisch
  • Osteolysen von Hartsubstanz und Knochen
  • Wurzelentwicklung
  • Dentinbildung

Prognose

Offenes Foramen apicale (> 1,2 mm)
  • Pulpanekrosen in 7% der Fälle
  • Obliterationen im Wurzelkanal in 62% der Fälle
Abgeschlossenes Wurzelwachstum
  • Pulpanekrosen in 65% der Fälle
  • Obliterationen im Wurzelkanal in 19% der Fälle

Übersicht

Behandlungsrichtlinien für luxierte Zähne der 2. Dentition
nach Flores (2001)

  Konkussion Subluxation Laterale Luxation Intrusion Extrusion
Diagnose
Klinischer Befund
Zahn ist bei Berührung empfindlich
(keine Verlagerung, keine Beweglichkeit)
Zahn ist bei Berührung empfindlich und beweglich, aber nicht verlagert.
Blutung im Zahnfleischspalt möglich
Der Zahn ist seitlich verlagert und ist im Knochen fixiert.
Keine Empfindlichkeit bei Berührung, nicht mobil.
Perkussionstest: hoher metallischer Klang (ankylotischer Klang)
Zahn ist tief im Alveolarknochen verlagert.
Keine Empfindlichkeit bei Berührung, nicht mobil.
Perkussionstest: hoher metallischer Klang (ankylotischer Klang)
Verlängerter mobiler Zahn
Röntgenbeurteilung und Befund Anfertigung eines Röntgenbildes.
Keine röntgenologischen Abnormalitäten sichtbar.
Anfertigung von zwei Röntgenbildern (orthoradial, okklusal).
Keine röntgenologischen Abnormalitäten sichtbar.
Anfertigung von vier Röntgenbildern (okklusal, orthoradial, mesial und distal exzentrisch).
Vergrößerter peridontaler Raum wird am besten sichtbar auf exzentrischer oder okklusaler Aufnahme
Anfertigung von vier Röntgenbildern.
Röntgenaufnahmen nicht immer schlüssig
Anfertigung von vier Röntgenbildern.
Vergrößerter peridontaler Raum apikal
Behandlung Eine elastische Schiene optional
- kann für das Wohlbefinden des Patienten für 7-10 Tage verwendet werden oder
entsprechend der Traumadiagnose der benachbarten Zähne
Eine elastische Schiene optional
- kann für das Wohlbefinden des Patienten für 7-10 Tage verwendet werden oder
entsprechend der Traumadiagnose der benachbarten Zähne
Reposition des Zahnes in die normale Position
(Lokalanästhetika notwendig).
Der Zahn muss häufig extrudiert werden (vor der okklusalen Reposition an der knöchernen Sperre vorbei).
Nach Reposition eine Röntgenaufnahme anfertigen (orthoradial)
Den Zahn mit einer Schiene bis zu 3 Wochen stabilisieren.
Im Falle einer geringfügigen Knochenfraktur, normalerweise im Röntgenbild zu sehen (nicht sondieren), sollte die Schiene nach 3 Wochen, noch für weitere 3-4 Wochen belassen werden.
Den Zahn mit einer Zange leicht luxieren.
Spontane Reposition (bei Zähnen mit unvollständigem Wurzelwachstum) oder
Kieferorthopädische Reposition (Zähnen mit vollständigem Wurzelwachstum) oder
chirurgische Reposition.
Im Falle von vollständigem Wurzelwachstum sollte 1-3 Wochen nach der Verletzung eine prophylaktische Exstirpation der Pulpa erfolgen.
Reposition
Stabilisierung des Zahnes mit einer Schiene bis zu 3 Wochen

Instruktion für den Patienten:
  • Zähne nach jeder Mahlzeit mit einer weichen Zahnbürste putzen.
  • 2x täglich Mundspülungen mit Chlorhexidin-Mundspüllösung (0,1%) für 2 Wochen
  • Recall


Quellen

  • Andreasen FM, Pedersen BV (1985)   Prognosis of luxated permanent teeth - the developement of pulp necrosis   Endod Dent Traumatol 1: 207-220
  • Andreasen FM, Zhijie Y, Thompson BL, Andersen PK (1987)   Occurrence of pulp canal obliteration after luxation injuries in the permanent dentition   Endod Dent Traumatol. 1987 Jun;3(3):103-15
  • Flores MT, Andreasen JO, Bakland LK, Feiglin B, Gutmann JL, Oikarinen K, Pitt Ford TR, Sigurdsson A, Trope M, Vann WF, Andreasen FM (2001)   Guidelines for the evaluation and management of traumatic dental injuries