Das IMC WIKI ist umgezogen...

... zur OREC-Library. Um zur OREC-Library zu gelangen klicken sie auf den folgenden Link:


OREC-Library
Abb. 1
Only for registered users
Abb. 2
Only for registered users
Abb. 3
Only for registered users
Abb. 4
Only for registered users
Abb. 5
Only for registered users
Abb. 6
Only for registered users
Abb. 7
Only for registered users
Abb. 8
Only for registered users
Abb. 9
Only for registered users
Abb. 10
Only for registered users
Abb. 11
Only for registered users
Abb. 12
Only for registered users
Abb. 13
Only for registered users
Abb. 14
Only for registered users
Abb. 15
Only for registered users
Abb. 16
Only for registered users
Abb. 17
Only for registered users
Abb. 18
Only for registered users

| IMC Wiki | Extraktion, Ablauf und Technik

Extraktion, Ablauf und Technik

  • Start
  • Suche
  • von A bis Z
  • Kategorien

<< zurück



Anforderungen während der Extraktion

Ist die Indikation zur Zahnentfernung gegeben und liegt die Einwilligung des Patienten vor, hat der Zahnarzt den Eingriff lege artis vorzunehmen, d. h. die geeignete Technik anzuwenden - wozu auch die Verwendung geeigneten Instrumentariums gehört - und die erforderliche Sorgfalt walten zu lassen, insbesondere alles zu unternehmen, um bestehende Risiken für den Patienten zu vermeiden bzw. möglichst gering zu halten (Gaisbauer 1997).
  • die Weichteile schützen
  • Nachbarzähne und Antagonisten schützen
  • Rotation und Luxation - kein Reißen
  • Abstützen mit einer Hand am Alveolarforsatz
  • beruhigend auf den Patienten einreden
  • dem Patienten vor jedem Behandlungsschritt den Ablauf erläutern
ANZEIGE:
Logo IMC Uni Essen Duisburg
in Kooperation mit
Logo MVZ Kopfzentrum
Zahnimplantate,
Parodontosebehandlungen,
Aesthetische Zahnbehandlungen
zu sehr guten Konditionen
In der Praxis für Zahnmedizin im EKN Duisburg
Weitere Informationen unter www.mvz-kopfzentrum.de

Position des Operateurs und Handhabung

(Die Beschreibungen gelten für Rechtshänder.)

Ziele bei der Handhabung:
  • Schutz der Weichteile vor Verletzungen durch die Instrumente
  • Stabilisierung des Alveolarfortsatzes (Frakturschutz)
  • Feststellung einer Lockerung des Zahnes durch direktes Fühlen während der Extraktion

Extraktion im Oberkiefer

Der Behandler sitzt oder steht vor dem Patienten.

1. Quadrant
Der Daumen und der Zeigefinger der linken Hand umfassen den Alveolarfortsatz des zu extrahierenden Zahnes. Die rechte Hand führt das Instrument.
#pic#
2. Quadrant
Der Daumen umfasst palatinal und der Zeigefinger vestibulär den Alveolarfortsatz des zu extrahierenden Zahnes. Die rechte Hand führt das Instrument.
#pic#

Extraktion im Unterkiefer

3. Quadrant
Der Behandler steht vor dem Patienten. Die linke Hand fixiert den Unterkiefer mit dem Dreifingergriff,die rechte Hand führt das Instrument.
#pic#
4. Quadrant
Der Behandler begibt sich in die Zehn-Uhr-Position und umgreift den Kopf des Patienten mit dem linken Arm.

Bei dem Dreifingergriff mit der linken Hand wird der Daumen lingual gesetzt, der Zeigefinger liegt in Vestibulum und der Mittelfinger stützt den Unterkiefer.
#pic#

Vorgehen/Therapie

1. Lösen der Sharpey´schen Fasern

  • scharfes Ablösen der Gingiva mittels Durchtrennung der marginalen Desmodontalfasern mit dem geraden Bein`schen Hebel oder mit einem Skalpell, Raspatorium oder Desmotom
    #pic#
  • zirkulär um den Zahn herumfahren, dabei mit dem Zeigefinger der zweiten Hand ein Abrutschen absichern
    #pic#

2. Luxation und Rotation des Zahnes

  • Lösung des Zahnes aus seiner Verankerung im Periodontium durch Zerreißen der Sharpey`schen Fasern und Aufweitung der Alveole
  • Die Lockerung des Zahnes ist mit Hebel und Zange möglich.
  • langsame Bewegungen
  • dosierte Kraftaufwendung
  • Luxation in oro-vestibulärer Richtung zur Aufdehnung der Alveolenwand
  • Rotation nur bei nahezu rundem Querschnitt des Zahnes in der OK-Front und UK-Prämolaren

Einsatz des geraden Hebels nach Bein

Der Hebel wird in die rechte Hand genommen.
Die linke Hand stützt ab und schützt den Kiefer, indem der Alveolarfortsatz mit Daumen und Zeigefinger gefasst wird.
#pic#

Mit dem Bein`schen Hebel wird ein wenig in Achsenrichtung des Zahnes in den Parodontalspalt eingedrungen und der Limbus alveolaris vorsichtig aufgeweitet.
#pic#

Einsatz der Zange

Lage der Zange in der Hand beim Anlegen an den Zahn
#pic#
Die Zange wird in die rechte Hand genommen. Die linke Hand stützt ab und hält den Kiefer, indem der Alveolarfortsatz mit Daumen und Zeigefinger gefasst wird.

Bewegungen des Alveolarfortsatzes oder der Nachbarzähne können auf diese Weise getastet werden und der Kopf des Patienten kann nicht ausweichen.
#pic#

Die Branchen der Zange werden in Richtung der Längsachse des zu extrahierenden Zahnes angelegt.
#pic#

Die Zange durch "Apikalwärtsschieben" unter ständigem Kontakt am Zahn so weit wie möglich wurzelwärts ansetzen, dabei die Gingiva und den Alveolarknochen nicht übergreifen.

Die Branchen der Zange müssen der Zahnoberfläche flächenhaft und unverrückbar anliegen.
#pic#

mögliche Fehler:
  • zu schwach gewölbte Branchen ergeben eine ungenügende Kraftübertragung (siehe abb.12 Darstellung links)
  • zu stark gewölbte Branchen bewirken ein Abrutschen der Zange (siehe abb. 12 Darstellung rechts)
  • das Fassen des Zahnes nur mit den Enden der Branchen ergibt eine Kneifzangenwirkung, die Krone wird abgekniffen
    Da die Querschnitte der einzelnen Zähne nicht einheitlich sind, werden Zangen mit verschieden geformten Zangenmäulern benötigt. Durch die unterschiedlichen Positionen der Zähne im Zahnbogen sind die Zangengiffe entsprechend zu den Branchen abgewinkelt.
Luxation des Zahnes durch langsame dosierte Bewegungen in oro-vestibulärer Richtung bis zum spürbaren Widerstand, dabei mal die oralgerichtete Luxationsposition kurz halten, dann die vestibulär gerichtete
Je ausgiebiger und kraftdosierter (sanfter) die Aufweitung der Alveole, um so geringer das Risiko einer Zahnfraktur.

Je lockerer der Zahn, um so weniger Zug muss angewendet werden.
#pic# #pic#

Obere Front- und Eckzähne und untere Prämolaren
Luxation des Zahnes durch langsame dosierte Rotationsbewegungen bis zum spürbaren Widerstand, dabei mal die rechtsgerichtete Luxationsposition kurz halten, dann die linksgerichtete

3. Entfernung des Zahnes

#pic# #pic#
  • wenn der Zahn ausreichend mobil ist
  • Anzeichen
    • Blutaustritt am Alveolarfortsatz
    • schmatzendes Geräusch
  • kombinierte Luxations- und Zugbewegung
  • Extraktion = "Ziehen" des Zahnes aus der Alveole, dem Wurzelverlauf entsprechend
  • Prüfung des Zahnes auf Vollständigkeit
    • "knackende" Geräusche während der Extraktion sind verdächtig auf mögliche Wurzelfrakturen
    • Prüfung der Zahnwurzeln auf eventuelle Bruchflächen, die sich von Resorptionsflächen durch ihre glänzenden Bruchflächen und Scharfkantigkeit unterscheiden

4. Säuberung der Wunde

#pic# #pic#
  • Kürettage der Alveole mit dem scharfen Löffel zur Entfernung von Granulationsgewebe
    Bei auffälliger Konsistenz des entfernten Weichgewebes oder bei radiologisch begründeten Verdacht auf eine Zyste oder eine Knochenveränderung oder anderen Auffälligkeiten sollte Gewebe gewonnen und pathohistologisch untersucht werden.
  • Glättung scharfer Knochenkanten
  • nach Extraktion im Oberkiefer Überprüfung der Alveole auf eine Mund-Antrum-Verbindung

5. Wundversorgung

  • bei Extraktion ohne Komplikation bidigitale Kompression und Aufbisstupfer
  • adaptierende Naht bei Z. n. Wundrandexzision, klaffender Wunde, Reihenextraktionen
  • lokalhämostyptische Maßnahmen (Kollagen, Schutzplatte, dichter Nahtverschluss, Fibrin-Klebung) bei erhöhter Blutungsneigung
  • plastische Deckung bei MAV, Z. n. Radiatio

6. Nachsorge

bei Zustand nach Radiatio Antibiose bis zum Abschluss der Wundheilung (ca. 10 Tage)

siehe: Verhaltensregeln für Patienten nach einer Operation im Bereich der Mundhöhle