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| IMC Wiki | Kieferorthopädische Behandlungsnotwendigkeit (IOTN)

Kieferorthopädische Behandlungsnotwendigkeit (IOTN)

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IOTN, Richmond (Manchester)

  • der IOTN ist ein klinischer Index zur Einschätzung der kieferorthopädischen Behandlungsnotwendigkeit.
  • Anforderungen an medizinische Indices:
    • klinische Gültigkeit und Zuverlässigkeit
    • Objektivität und Lieferung von quantitativen Daten, welche analysiert werden können
    • schnell zu erheben
    • akzeptabel für Patient und Behandler
  • direkt am Patienten anzuwenden (oder in leichter Modifikation an Gipsmodellen) 74 Zahnärzte haben sich an der Validierung beteiligt.
  • siehe: PAR-Index: speziell für die Modellanalyse entwickelt; Beide Indices sind von Gruppen britischer Kieferorthopäden entwickelt worden.
  • wichtigste Ziele der kieferorthopädischen Therapie (British Dental Association, 1954):
    • Verbesserung der physikalischen Funktion
    • Prophylaxe gegen Gewebedestruktionen
    • Korrektur ästhetischer Beeinträchtigungen
    • kontrovers diskutiert:
      • Kariesprophylaxe
      • Parodontalprophylaxe
      • Kiefergelenk-Prophylaxe
  • Der IOTN vereinigt ästhetische Komponenten und Komponenten der dentalen Gesundheit:
    • ästhetische Komponenten (AC)
    • Komponenten der dentalen Gesundheit (DHC)

Ästhetische Komponenten (AC)

  • Anhand einer Fotoserie von 10 Farbfotografien wird der Grad der 'dentalen Attraktivität' beurteilt.
  • Der Patient soll an der subjektiven Einschätzung beteiligt werden.
    • Grad 1 = ästhetisch beste Anordnung der Dentition
    • Grad 10 = ästhetisch schlechteste Anordnung der Dentition
      • Grad 1-4 = kein oder nur geringer Behandlungsbedarf
        #pic# #pic# #pic# #pic#
      • Grad 5-7 = moderater oder grenzwertiger Behandlungsbedarf
        #pic# #pic# #pic#
      • Grad 8-10 = Behandlungsbedarf
        #pic# #pic#
Die Beurteilung an einfarbigen Gipsmodellen oder Schwarz-Weiß-Fotos hat den Vorteil, dass die Einschätzung nicht durch die Mundhygiene, den Parodontalzustand und evtl. Zahnverfärbungen beeinflusst wird (bei intraoraler Beurteilung nicht davon beeinflussen lassen!).

Komponenten der dentalen Gesundheit (DHC)

  • basiert auf dem Index des 'Swedish Medical Health Board' (Linder Aronson, 1974)
  • Es werden 5 Grade unterschieden.
  • Grad 1 = kein Behandlungsbedarf (z. B. Kontaktpunktverlagerungen von weniger als 1 mm)
  • Grad 5 = Behandlungsbedarf (z. B. LKG-Spalten oder neg. sag. Stufen größer als 9 mm)
Es wird immer nur das am stärksten ausgeprägte okklusale Merkmal vermerkt.

Die hierarchische Skala hat zwei Absichten:
  1. Die Dentition wird in einer systematischen Weise begutachtet und somit sichergestellt, dass alle relevanten Okklusionsanomalien erfasst werden.
  2. Wenn zwei oder mehrere okklusale Anomalien denselben DHC-Grad erreichen, wird der schwerste Befund verzeichnet.
Hierarchische Skala:
  1. Fehlende Zähne (inklusive nicht angelegter, verlagerter und impaktierter Zähne)
  2. Overjets (inklusive umgekehrter sagittaler Überbisse)
  3. Kreuzbisse
  4. Kontaktpunktverlagerungen
  5. Overbites (inklusive offene Bisse)
Akronym als Merkhilfe: FOKKO
Grad 1 keine Behandlungsnotwendigkeit
Grad 2 geringe Anomalie, keine Behandlungsnotwendigkeit
Grad 3 grenzwertige Behandlungsnotwendigkeit
Grad 4 Behandlungsnotwendigkeit
Grad 5 Behandlungsnotwendigkeit

Grad 1: keine Behandlungsnotwendigkeit

1. extrem geringe Malokklusion mit Kontaktpunktverlagerungen von weniger als 1 mm

Grad 2: geringe Anomalie, keine Behandlungsnotwendigkeit

2.a Overjet > 3,5 mm und ≤ 6 mm (bei kompetentem Lippenschluss)
2.b umgekehrter Overjet zwischen 0 und ≤ 1 mm
2.canteriorer oder posteriorer Kreuzbiss mit ≤ 1 mm Diskrepanz zwischen RKP und IKP
2.d Kontaktpunktverlagerungen > 1 mm und ≤ 2 mm
2.e anteriorer oder posteriorer offener Biss > 1 mm und ≤ 2 mm
2.f vergrößerter Überbiss von ≥ 3,5 mm (ohne Gingiva-Kontakt)
2.g Klasse II- oder Klasse III-Okklusion ohne weitere Anomalien (bis zu einer halben Prämolarenbreite)

Grad 3: grenzwertige Behandlungsnotwendigkeit

3.a Overjet > 3,5 mm und ≤ 6 mm (inkompetenter Lippenschluss)
3.b umgekehrter Overjet zwischen 1 und ≤ 3,5 mm
3.c anteriorer oder posteriorer Kreuzbiss mit > 1 mm und ≤ 2 mm Diskrepanz zwischen RKP und IKP
3.d Kontaktpunktverlagerungen > 2 mm und ≤ 4 mm
3.e lateral oder anterior offener Biss > 2 mm und ≤ 4 mm
3.f tiefer Überbiss mit Gingiva-Kontakt oder Kontakt mit der palatinalen Mundschleimhaut (aber ohne Trauma)

Grad 4: Behandlungsnotwendigkeit

4.h wenig ausgeprägte Hypodontie, welche präprothetische Kieferorthopädie oder einen kieferorthopädischen Lückenschluss erfordert, um einer prothetischen Versorgung vorzubeugen
4.a Overjet > 6 mm und ≤ 9 mm
4.b umgekehrter Überbiss > 3,5 mm (ohne Kau- und Sprachprobleme)
4.m umgekehrter Überbiss > 1 mm und ≤ 3,5 mm (mit Kau- oder Sprachprobleme)
4.c anteriorer oder posteriorer Kreuzbiss mit > 2 mm Diskrepanz zwischen RKP und IKP
4.l posteriorer lingualer Kreuzbiss ohne funktionellem okklusalem Kontakt in einem oder beiden bukkalen Segmenten
4.d schwere Kontaktpunktverlagerungen > 4 mm
4.e extremer lateral oder anterior offener Biss > 4 mm
4.f vergrößerter und vollständiger Überbiss mit gingivalem oder palatinalem Trauma
4.t teilweise durchgebrochene Zähne, gekippt und impaktiert gegen angrenzende Zähne
4.x Existenz überzähliger Zähne

Grad 5: Behandlungsnotwendigkeit

5.i behinderter Zahndurchbruch (3. Molaren), dem Engstände zuzuschreiben sind, Verlagerungen, überzählige Zähne, zurückgehaltene Milchzähne und alle pathologischen Gründe
5.h ausgeprägte Hypodontie mit restaurativen Auswirkungen (mehr als 1 Nichtanlage in jedem Quadranten), welche präprothetische Kieferorthopädie erfordert
5.a vergrößerter Overjet > 9 mm
5.m umgekehrter Überbiss (pos. sag. Frontzahnstufe) > 3,5 mm mit kaufunktionellen Problemen und Sprachstörungen
5.p Lippen- und Gaumenspalten und andere kraniofaziale Anomalien
5.s retinierte Milchzähne

Weiterführende Artikel

> Kieferorthopädische Einschätzung von Dysgnathiegrad und Therapieerfolg (PAR-Index)