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Hirnverletzungen

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Inhaltsverzeichnis:



    Zu den Hirnverletzungen zählen:
    1. Die Verletzung des Hirngewebes
    2. Die Verletzung der Gefäße
    3. Die Verletzung der Liquorräume
      a) geschlossen b) offen
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    Pathophysiologie des Schädel-Hirntraumas:
    Der Flüssigkeitsmantel schützt beim Trauma das Gehirn vor der unmittelbaren Einwirkung von Gewalt, es verharrt nach dem Trägheitsprinzip weitgehend in seiner Position. Beim Aufprall einer Kraft schwimmt das Gehirn auf den Ort der Gewalteinwirkung zu und es erfolgt eine Kompression. Auf der entgegengesetzten Seite entsteht aus gleicher Ursache eine Zone des Druckabfalls, ein Sog, es erfolgt eine Schädigung durch Dekompression (Contre coup). Unmittelbar nach dem Stoß kommt es zum Gegenstoß, das Gehirn gleitet zurück, über die Normalposition hinaus, wird an der dem Aufprall entgegengesetzten Seite komprimiert, an der Seite des Aufpralls durch Unterdruck geschädigt. Danach nimmt das Gehirn nach weiteren, geringen Schwingungen ohne zusätzliche Schädigung seine Ausgangsposition wieder ein. Die Zonen der Maxima von Kompression und Dekompression liegen in Richtung Zentrum der mittleren Rindenschichten. Neben der geradlinigen Gewalteinwirkung kann das Gehirn durch Rotationstraumen Schaden nehmen. Hier führt das Beharrungsvermögen des in Flüssigkeit schwimmenden Gehirns die Schädigung an der Grenze zum fixierten Hirnstamm herbei. Es ist ein Trauma durch Verwindung des Großhirns gegenüber dem Hirnstamm mit Blutungsherden und Subarachnoidalblutungen. Häufig sind Riechstörungen, psychische Affektionen mit Enthemmung, sowie hypothalamisch-hypophysäre Störungen mit zentralen Regulationsstörungen die Folge. Die Spätfolgen von Hirntraumen sind Vernarbungen, Infarkte, ischämische Infarkte, Spätödem (narbenbedingte Zirkulationsstörungen), Thrombose, chronische subdurale Hämatome (aus akuten), das apallische Syndrom sowie die traumatische, durch Vernarbung bedingte Epilepsie. Die geschlossenen Traumata des Gehirngewebes werden eingeteilt:

    Morphologisch: Commotio (ohne morphologisch erkennbare Veränderungen)
    Contusio (herdförmige Ödeme, Mikroblutungen)
    Compressio (massive Gewebsdestruktion mit Auflösung der Konturen, Blutungen, Ödem)

    Funktionell: 1.Grades (Restitution nach 4 Tagen)
    2. Grades (Restitution nach 21 Tagen)
    3. Grades (Restitution jenseits von 21 Tagen)

    Symptome:
    • Bewusstseinsstörungen
    • psychische Alterationen
    • vegetativ nervöse Störungen
    • Kreislaufunregelmäßigkeiten
    • Herdzeichen, motorisch, sensibel
    Diagnose:
    • klinische Symptomatik
    • Computertomographie, MR
    • EEG
    • Angiographie
    Therapie:
    • strenge Überwachung (um sekundäre, zweizeitige oder späte Blutungskomplikationen frühestmöglich zu erkennen)
    • Bettruhe
    • Organfunktionsunterstützung oder Ersatz (z. B. maschinelle Beatmung)
    • Kreislaufstabilisierung
    • Korrektur von typischen Sekundärfolgen (Blutdruck, Pulsfrequenz, Atmung, Hyperthermie, Harnproduktion)
    Komplikationen:
    Veränderungen der Symptomatik weisen auf Blutung, Infektion, Hirndruck, Einschmelzung hin.