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| IMC Wiki | Schädelhöhle, Erkrankungen und Verletzungen

Schädelhöhle, Erkrankungen und Verletzungen

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Diagnostik

Erkrankungen und Verletzungen des Schädels können exogene, z. B. Schädelhirntrauma, oder endogene, z. B. Hirntumoren mit Druckerhöhung im Schädelinneren, Ursachen haben. Die Diagnostik befasst sich neben der Untersuchung des Schädels stets auch mit den morphologischen und funktionellen Störungen des Gehirns, der Hirnhäute, der Gefäße und des Liquorsystems.

Neurologische Untersuchung: Kopf und Hirnnerven
Augenhintergrund
Psyche, Sprache, Reaktion
Muskelkraft, Bewegung
Sensibilität
Reflexe
Bewegung, Gang, Stand
Liquordiagnostik: Normalwerte:
  Druck 70-200 mm Wassersäule
  Farbe klar, farblos
  Zellzahl bis 12/3
  Glucose 2,5-4,2 mmol (45-75 mg%)
  Eiweiß 200-400 mg/l (20-40 mg%)
  Pandy negativ
Blutplasma: Plasmafraktionen
Blutbild: Elektrolyte
Zellen

- Elektroenzephalographie: (Schwingungen, Frequenzen, Wellenformen, evozierte Potentiale)
- Elektromyographie: mit Messung der Nervenleitgeschwindigkeit
- Echoenzephalographie: (Grenzflächen der Medien)
- Dopplersonographie: (Gefäßveränderungen)
- Nativ-Röntgenaufnahmen: (Schädel und Höhlen)
- Schichtaufnahmen: (Scharfeinstellung)
- Computertomographie: (Schichtaufnahmen der Knochen und Weichteile, mit und ohne Kontrastmittel)
- Magnetresonanz-Tomographie: (Stoffwechselprozesse)
- Nuklearmedizinische Darstellung: (Hirnszintigraphie, Knochen des Schädels, Liquorraum, Durchblutung)
- Angiographie: (Supraaortale Äste, Hirnarterien, spinale Arterien, venöse Phase: Venographie)
- Ventrikulographie: (Liquorräume, Kontrastmittel oder Luft)
- Die Diagnostik des Kopfes ist für die bildgebenden Verfahren besonders gut zugänglich und präzise zu interpretieren, weil die anatomischen Konturen und Strukturen exakt abgrenzbar und unverrückbar bestehen.
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Zelluläre Läsionen

Unter den zellulären Läsionen im geschlossenen Schädelinneren interessieren vor allem die raumfordernden Prozesse, das sind die Tumoren.

Tumoren

Intrakranielle Tumoren

#pic#
Von den Neuronen, die teilungsunfähig sind, gehen keine Tumoren aus.

Astrozytäre Tumoren

Tumoren aus Astrozyten verschiedener Reifestufen, jenseits des 40. Lebensjahres, langsam wachsend, ein Drittel maligne, vorwiegend im Großhirn. Chirurgische, radiologische, chemotherapeutische Behandlung bringt rund 50 % 5-Jahresheilungen.

Oligodendrogliome

Tumoren aus Oligodendrogliazellen, überwiegend in der Hirnrinde, spontane Regression möglich, meistens jenseits des 40. Lebensjahres. Chirurgische Therapie bis zu 50 % 5-Jahresheilungen.

Ependymom

Tumoren aus differenzierten Ependymzellen, vorwiegend in den Hirnkammern, gut abgegrenzt, langsam wachsend, Metastasen im Subarachnoidalraum. Die chirurgische Therapie führt im Durchschnitt zu einer dreijährigen Überlebenszeit.

Ganglienzelltumoren

Aus Ganglien- und Gliazellen entstandene Tumoren, häufiger im Sympathikusgewebe extrakraniell, zum APUD-System gehörend, strahlensensibel.

Glioblastom

Wenig differenzierte Tumoren der Glia, jenseits des 45. Lebensjahres, Männer bevorzugt. Jede Form der Therapie ist vergeblich, mittlere Lebenserwartung 6 Monate.

Medulloblastom

Wenig differenzierter embryonaler Tumor im Kleinkindesalter, hoch strahlensensibel, Okklusionshydrozephalus.

Meningeome

Aus leptomeningenbildenden Zellen, in den Arachnoidalräumen, jenseits des 50. Lebensjahres, Frauen bevorzugt. Derbe, bevorzugt in der Falx cerebri, dem Keilbeinrand, der Olfaktoriusrinne im Tentorium und Spinalkanal lokalisiert, gut abgekapselt, chirurgisch meist gut zugänglich. Nach operativer Entfernung rund 10 % Rezidive.

Hirnmetastasen

- Metastasen von Bronchialkarzinomen (~65 %), Mammakarzinomen (~30 %), malignem Melanom (~15 %), Nierenkarzinome (~10 %)
- bevorzugt Rinden-Markgrenze, von Ödemflüssigkeit umgeben; Ausgangspunkt der Meningitis carcinomatosa; zytologischer Nachweis im Liquor
Die Ätiologie der Hirntumoren ist unbekannt.

Formale Pathogenese:
Extraneurale Metastasen sind selten, immunologische Reaktionen abgeschwächt (keine Lymphgewebe, Blut-Hirn-Schranke). Tumornekrosen treten vor allem bei semimalignen Tumoren, Nekrosen und Blutungen in malignen Tumoren auf. Die Klassifikation erfolgt nach den Regeln der WHO.

Pathophysiologie: #pic#
Die Besonderheiten der in knöcherner Umhüllung befindlichen Hirn- und Rückenmarkstumoren ist die Druckschädigung durch die Raumforderung.

Klinik der Hirntumoren

Symtome: #pic#
Kopfschmerzen: 50-90 % (im Mittel 60 %) je nach Lokalisation und Tumorort
Erbrechen: 20-80 % (im Mittel 25 %)
Gangstörungen: 20-50 % (im Mittel 30 %)
Schwindel: 20-60 % (im Mittel 25 %)
Sehstörungen: 20-70 % (im Mittel 30 %)
epileptische Anfälle: 1-50 % (im Mittel 25 %)
Sprachstörungen: 5-30 % (im Mittel 15 %)

Die Symptome können schlagartig auftreten (z. B. bei Entwicklung des Hydrocephalus internus) oder sich über Monate und Jahre entwickeln.

Diagnostik:
Erste Wahl: Computertomographie

Therapie: #pic#
  • radikale Tumorexstirpation sehr knapp im Gesunden
  • Tumorverkleinerung (z. B. Infiltration)
  • Hirndruckentlastung (Liquordrainage, Knochenfenster)
  • Bestrahlung und Chemotherapie nur bei sensiblen Tumoren
#pic#
Nebenbefund: rechts an der Peripherie ist eine Aktivierung durch die Sprache des Patienten zu erkennen (rot-gelbe Zone).

Therapie der Hirnmetastasen:
Die Entfernung von Hirnmetastasen, die chirurgisch meistens problemlos ist (Lokalisation in der Rinden-Markgrenzregion), hat ihren festen Stellenwert in der Onkologie. Sie ist, wie die der Lungen- und Lebermetastasen indiziert, wenn der Primärtumor saniert ist und keine nichtresektablen Metastasen vorliegen. Gelegentlich ist die Entfernung von Hirnmetastasen als Palliativmaßnahme indiziert, um das Leben zu verlängern, die Symptomatik zu beseitigen, die Lebensqualität zu verbessern oder das Sterben abzuwandeln (modificatio moriendi).

Metastasierung der Hirntumoren

Maligne Hirntumoren können kavitär in den Liquorräumen metastasieren. Systemische Metastasen (außerhalb der Schädelhöhle) sind extreme Raritäten.