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Hyperhydratation

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Hyperhydratation kennzeichnet eine Volumenzunahme bei osmolaler Isotonie, Hypotonie oder Hypertonie.

1. Isotone Hyperhydratation

Pathogenese, Symptome #pic#
Häufigste Ursache ist die akute oder chronische Niereninsuffizienz mit mangelhafter Ausscheidung von Wasser und Natrium, Steroidtherapie, Hyperaldosteronismus. Häufigste Folge ist die Entwicklung von Ödemen, Sequestration von isotonen Flüssigkeiten aus den Gefäßen hinein in den interstitiellen Raum, Verminderung des effektiven Plasmavolumens. Über Barorezeptoren wird weiterhin Wasser und Natrium retiniert. Klinisch treten die Zeichen der Volumenverschiebung in den interstitiellen Raum, mit Vergrößerung der Diffusionsstrecken und herabgesetztem Stoffaustaustausch, allgemeiner Leistungsstörung, diskreten Organfunktionsstörungen, Gewichtszunahme auf. Anfangs sinken im Plasma die nicht diffusiblen Bestandteile durch Verdünnung ab, später können sie sich normalisieren.

Diagnostik:
Die Diagnose resultiert aus dem Nachweis der pathophysiologischen Abläufe und Befunde (im Bild).

Therapie:
  • Diuretika (Schleifen- oder Osmodiuretika)
  • Zufuhr geringer isotonischer Wasservolumina,
  • Dialyse ( bei höhergradigen akuten Störungen)
  • Filtrationsverfahren (CAVH, CVVH)

2. Hypertone Hyperhydratation

Pathogenese, Symptome #pic#
Hyperosmolale Hyperhydratationen sind seltene iatrogene Störungen durch Überinfusionen, Bikarbonattherpaie und Niereninsuffizienz. Die Hypertonie entzieht den Zellen Wasser, im Interstitium werden Volumina sequestiert, die Nervenzellen reagieren mit neurologischen Symptomen, die das klinische Bild beherrschen. Die Diagnose resultiert aus den pathophysiologischen Gegebenheiten.

Therapie:
  • primär Dialyse, sekundär die Erhaltung
  • normaler Volumina und Konzentrationen.

3. Hypotone Hyperhydratation

#pic#
Hypotone Hyperhydratationen entstehen durch Überinfusion (natriumfreier) Elektrolyt-Zuckerlösungen, die postoperativ gesteigerte ADH-Sekretion (Schwartz-Bartter-Syndrom),sekundär bei Erkrankungen mit gesteigerter ADH-Produktion wie paraneoplastisches Syndrom bei Karzinomen der Lunge und verschiedenen anderen Tumoren und hirnorganischen Prozessen. Die Hypotonie verursacht einen Einstrom extrazellulären Wassers, eine Stimulierung der Osmorezeptoren und führt zu folgenden klinischen Symptomen: Bradykardie, Koma, anderen Hirndruckzeichen, Kopfschmerzen, Erbrechen, Bewusstseinsstörungen, Krampfanfällen.

Diagnostik:
Die Diagnose resultiert aus dem Nachweis der typischen pathophysiologischen Vorgänge (im Bild).

Therapie:
Hyperosmolale Lösungen in kleinem Wasservolumen, in bedrohlichen Situationen: Dialyse-Wasserentzug.