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Herzinsuffizienz

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Definition

Eine Insuffizienz des Herzens ist die Unfähigkeit des Herzmuskels, die vom Organismus benötigte Blutmenge zu fördern.
Das Herzzeitvolumen ist zu niedrig.
Es ist ein klinisches Syndrom mit unterschiedlichen Ursachen.

Die Herzinsuffizienz kann im zeitlichen Verlauf akut oder chronisch sein.
Je nach der bevorzugt betroffenen Kammer unterscheidet man eine Rechts- und Linksherzinsuffizienz. Eine Globalinsuffizienz betrifft beide Herzkammern.
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Ursachen der Herzinsuffizienz

  Pathophysiologie Ätiologie
I. Systolische Ventrikelfunktionsstörung
  1. durch Kontraktionsschwäche
  2. durch erhöhte Ventrikelwandspannung
    1. bei Volumenbelastung
    2. bei Druckbelastung
Koronare Herzkrankheit (KHK)
Dilatative Kardiomyopathie (20%)
Myokarditis

Klappeninsuffizienz
Shuntvitien
Klappenstenosen
Arterielle Hypertonie
Pulmonale Hypertonie
II. Diastolische Ventrikelfunktionstörungen
  1. durch Behinderung der Ventrikelfüllung
  2. durch Herzhypertrophie
Herzbeuteltamponade
Konstriktive Perikarditis
Restriktive Kardiomyopathien
III. Herzrhythmusstörungen Bradykardien/Tachykardien

Kompensierte und dekompensierte Herzinsuffizienz

Der Körper reagiert auf das verminderte Herzzeitvolumen mit verschiedenen Mechanismen, um die verminderte Auswurfleistung auszugleichen, zu kompensieren.
Unter anderem besteht ein Mechanismus in der erhöhten Ausschüttung von Katecholaminen, die zu einer Erhöhung der Herzfrequenz führen.

Ein anderer Mechanismus besteht darin, dass der Herzmuskel mit einer Zunahme seiner kontraktilen Elemente (Hypertrophie) reagiert.
Ist der Organismus nicht mehr in der Lage, das Defizit durch die verschiedenen Mechanismen oder durch medikamentöse Maßnahmen auszugleichen, spricht man von einer Dekompensation.

Linksherzinsuffizienz

Die linke Herzkammer hat keine ausreichende Auswurfleistung.
  1. Der Körperkreislauf ist unzureichend versorgt.
    Symptome:
    • Leistungsminderung
    • Schwächegefühl
  2. Es kommt zu einem Rückstau in den Lungenkreislauf.
    Symptome:
    • Dyspnoe (Kurzatmigkeit durch die Drucksteigerung in Lungenkreislauf)
    • Orthopnoe (höchste Atemnot, wobei die Patienten nur aufrecht sitzen, nicht liegen können)
      Das Aufsetzen bei akuter Linksherzinsuffizienz verringert die Belastung des Herzens durch die Verminderung des venösen Rückstromes.
      Der Einsatz der Atemhilfsmuskulatur hilft dem Patienten.
    • Asthma cardiale
      nächtlicher Husten und anfallsweise Atemnot durch die Lungenstauung
    • Lungenödem
      In schweren Fällen kommt es zum Lungenödem, d. h. zum Anfüllen der Lungenbläschen mit Flüssigkeit und schwerster Behinderung des Gasaustausches.
      Der Gefäßdruck ist dabei sowohl größer als der kolloidosmotische Druck im Blut als auch größer als der Gewebsdruck.
Das Leitsymptom der Linksherzinsuffizienz ist die Atemnot

Rechtsherzinsuffizienz

Eine isolierte Rechtsherzinsuffizienz ist selten.
Meistens ist die Rechtsherzinsuffizienz die Folge einer primären Linksherzinsuffizienz.
Durch die Drucksteigerung im Lungenkreislauf wird die rechte Herzkammer ebenfalls insuffizient.
Es kommt zu einem Stau vor dem rechten Herzen, also zu einem Rückstau in den Körperkreislauf.
Symptome:
  • sichtbare Venenstauung (Halsvenen, Venen am Zungengrund)
  • Ödembildung in abhängigen Körperpartien
  • Gewichtszunahme und Ödeme, bes. am Knöchel
  • gestörte Leberfunktion
  • gestörte Nierenfunktion (nächtliches Wasserlassen (Nykturie))
  • Stauungsgastritis
Das Leitsymptom der Rechtsherzinsuffizienz sind die Ödeme

Stadieneinteilung der Herzinsuffizienz

Stadieneinteilung nach subjektiven Beschwerden (New York Heart Association)

  Klinik
I Beschwerdefreiheit, normale körperliche Belastbarkeit
II Beschwerden bei starker körperlicher Belastung
III Beschwerden schon bei leichter körperlicher Belastung
IV Beschwerden in Ruhe

Risiko bei der Behandlung

Es besteht die Gefahr der Dekompensation mit der Entstehung von:
  • Rhythmusstörungen
  • Lungenödem
  • kardiogenem Schock

Risikoreduktion

körperliche und seelische Entlastung:
  • gute allgemeinärztliche Einstellung vor der Behandlung
  • Oberkörperhochlagerung
  • ggf. Sedierung
  • ggf. O2-Gabe
  • schonende Behandlung
  • wenig Aufregung

Notfallmaßnahmen bei akuter Linksherzinsuffizienz mit Lungenstauung

  • Oberkörperhochlagerung, Absenken der Beine
  • Nitroglycerin oral, wenn der Blutdruck über 90 mm/Hg liegt
    Dosierung: 1 Kapsel zerbeißen lassen oder 2 Sprühstöße verabreichen
    Eine Kapsel enthält 0,8 mg, ein Sprühstoß 0,4 mg
  • O2-Gabe (4-6 l/min)
  • Venenzugang legen
  • 20-40 mg Furosemid (z. B. Lasix®) i. v.