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Viszeralarterienverschlüsse - Darmarterienverschlüsse

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Verschlüsse der Viszeralarterien sind Erkrankungen der höheren Altersklassen. Diffe-rentialdiagnostisch kommen vor allem bei Jugendlichen Kompressionssyndrome vor.

Lokalisation:
Hauptlokalisation sind der Truncus coeliacus, die A. mesenterica superior und inferior. Nach den Beschwerden erfolgt die Stadieneinteilung:
Stadium I: asymptomatisch, voll kompensiert
Stadium II: intermittierende Schmerzen nach den Mahlzeiten, Malabsorption, Strömungsgeräusch
Stadium III: Dauerschmerz, ischämische Enteritis und Kolitis bei Schleimhautnekrosen, Gewichtsabnahme bis zur Kachexie
Stadium IV: Darmgangrän, paralytischer Ileus, Durchwanderungsperitonitis

Pathophysiologie:
Die intraabdominellen Gefäße sind reichlich mit Anastomosen versehen, so dass isolierte Gefäßstenosen oder Verschlüsse im Zentrum (im Gegensatz zur Peripherie) vielfach infolge ausreichender hämodynamischer Kompensation symptomlos bleiben. Klassische Kollateralen sind die Rami oesophagici und die Riolansche Anastomose zwischen dem Versorgungsgebiet der A. mesenterica superior und inferior. Je nach Verschluss verläuft der Blutstrom nach kaudal (Verschluss der A. mesenterica inferior) oder kranial (Verschluss der A. mesenterica superior).

Diagnose:
  • Anamnese
  • klinische Symptomatik
  • Stenosegeräusch (Mitte Oberbauch)
  • Schmerzen, besonders nach der Nahrungsaufnahme
  • Gewichtsabnahme, Malabsorption
  • Sonographie, Doppler-Sonographie
  • Angiographie
Therapie:
  • Katheterdilatation, -fibrinolyse
  • Thrombendarteriektomie
  • Venenbypass
  • Darmresektionen

Akute Verschlüsse der Viszeralarterien

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Akute Verschlüsse werden meistens durch Thrombose (Arterien wie Venen) und Embolien verursacht. Das akute Ereignis duldet meistens keine rechtzeitige hämodynamische Kompensation. Es resultieren Nekrosen aller betroffenen Bauchorgane isoliert oder kombiniert. Es entwickelt sich ein akuter Bauch (vgl. Akuter Bauch, Ursachen und Leitsymptome).

Symptomatik:
  1. Schmerzen, Schock, flüssige Stühle (< 6 Std.)
  2. stilles Intervall (> 6 Std.)
  3. Peritonitis, Ileus, Sepsis, Organversagen (> 10 bis 12 Stunden)
Diagnose:
Anamnese (akutes Ereignis, vielleicht nach den jahrelangen Symptomen des chronischen Verschlusses).

Klinischer Befund:
(Anfangs kein Palpationsschmerz, aber tiefer Druckschmerz), Leukozytose, metabolische Azidose, fehlende, allerdings ganz zu Beginn hyperperistaltische Darmgeräusche, frühzeitige angiographische Sicherung erforderlich (Angiographiekatheter zur Fibrinolyse verwenden).

Therapie:
Laparotomie ohne Zögern und Überdiagnostik (der Patient schreit nach der Operation!), Darmresektion (notfalls subtotal), Revaskularisationsversuch, bei Inoperabilität Lysetherapie und Dilatationsversuch

Prognose:
Im allgemeinen gelingt die Revaskularisierung nicht.