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Rheumatische Herzerkrankung

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Rheumatische Herzerkrankungen treten in der Regel 2-4 Wochen nach einer Streptokokkeninfektion des Rachens, gefolgt von einer Polyarthritis, Hautexanthemen (E. anulare) und der Entwicklung subkutaner Histiozytengranulome auf.
Die positiven Streptokokkenantikörperreaktionen weisen auf Antigen-Antikörperreaktionen der alle Gewebe des Herzens betreffenden Karditis. Typische Symptome sind nach Abklingen des Racheninfektes Fieberschübe mit hochgradiger Tachykardie und gelegentlich raschen Entwicklung einer auch tödlichen Herzinsuffizienz.
Die rheumatische Herzkrankheit ist also als immunologische Komplikation rezidivierender Infekte mit Streptokokken (Gruppe A), dem rheumatischen Fieber, zu sehen.
Die immunologisch bedingte Karditis kann sich überwiegend auf Endokard, Myokard und die Herzklappen oder auf alle Gewebe beziehen.
Die rheumatische Myokarditis ist gekennzeichnet durch subendokardiale Ablagerungen von Antigen-Antikörperkomplexen. Es entsteht eine granulomatöse Entzündung mit fibrinoiden Nekrosen der Kollagenfasern (initial), dann perivaskuläre Granulome und schließlich feinfleckiger Myokardfibrose. Befallen ist vorzugsweise das Myokard des linken Ventrikels, wo sich rheumatische Granulome zwischen Mitral- und Aortenklappe ansiedeln (Aschoff-Knötchen). Bei chronischer Polyarthritis kann analog eine chronische rheumatische Myokarditis entstehen (Granulome, Nekrose, Amyloidose). Jede Form der Myokarditis geht mit einem Verlust der kontraktilen Substanz und Leistungseinschränkungen einher.

Die rheumatische Perikarditis

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Typisch ist die serofibrinöse Exsudation, Ergüsse, mit steigendem Venendruck und abnehmenden Auswurfvolumina zusammen mit einer Pankarditis. In späten Stadien verwachsen und vernarben und verkalken die Blätter des Perikards und führen zur Pericarditis constrictiva.

Rheumatische Endokarditis

Das rheumatische Fieber geht im Alter selten, in jungen Jahren häufig mit einer Endokarditis einher. Befallen wird fast ausnahmslos die Mitralklappe, bei jedem vierten auch die Aortenklappe. Trikuspidal- und Pulmonalklappen (Niederdrucksystem) bleiben fast immer verschont.
Drei Stadien sind kennzeichnend:

Endocarditis serosa: Immunkomplexablagerung beginnend an den Klappenrändern
Endocarditis verrucosa: Thrombenanlagerungen von 1 bis 2 mm Durchmesser am Klappenschließungsrand, welche durch Monozyten, Histiozyten und Kapillarisierung organisiert werden
Das rheumatische Klappenvitium ist ein Narben-End-Stadium mit schwindenden Zellanteilen und zunehmenden kollagenen Fasern und Verkalkungen, Verwachsungen und Verkrümmungen. Neben den Klappen (Endocarditis valvularis) sind auch Sehnenfäden (Endocarditis chordalis) und das parietale Endokard des linken Vorhofes befallen (Endocarditis parietalis).
Die wichtigsten Komplikationen der rheumatischen Endokarditis sind Klappenfehler des Herzens.

  Stenose  
Mitralvitium kombinierte Herzklappenfehler
  Insuffizienz  
  Stenose  
Aortenvitium kombinierte Herzklappenfehler
  Insuffizienz